Bush: Truppenabzug nur nach "Sieg"

30. Juni 2006, 12:59
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Präsident reagiert auf "Geheimplan" des Oberkommandierenden der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey

"Abzug hängt von Bedingungen ab" - Gewalt im Irak macht 130.000 Menschen zu Vertriebenen Washington - Die USA werden nach den Worten von US-Präsident George W. Bush ihre Truppen im Irak erst nach einem "Sieg" über die Aufständischen und die Terroristen zurückziehen. Ein Truppenabzug hänge von den Bedingungen im Irak ab, von den Empfehlungen der US-Militärs vor Ort und der irakischen Regierung, sagte Bush am Montag in Washington.

Bush reagierte damit nur indirekt auf einen von der "New York Times" veröffentlichten "Geheimplan" des Oberkommandierenden der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey. Demzufolge könnte im September ein begrenzter Truppenabbau beginnen. "Unsere Kommandeure werden Entscheidungen treffen, die zu einem Sieg führen", sagte Bush vor Reportern. "General Casey hat mir versichert, dass alle seine Empfehlungen darauf gezielt sind, einen Sieg zu erringen. Und genau das wollen wir", so Bush.

Mehr als 130.000 Menschen haben im Irak wegen der anhaltenden Gewalt zwischen den verschiedenen Religionsgruppen ihr Zuhause verloren. Das seien rund 21.700 Familien, sagte ein Sprecher des Migrationsministeriums am Montag vor dem Parlament in Bagdad. Allein im vergangenen Monat sei die Zahl der betroffenen Menschen laut Statistik um 30.000 gestiegen. Beobachter gehen indes davon aus, dass tatsächlich noch viel mehr Menschen ihr Heim verlassen mussten. Viele ließen sich nicht registrieren und kämen ohne großes Aufsehen bei Verwandten und Bekannten unter.

Schon in den vergangenen Jahren hat es im Irak beinahe täglich Anschläge von Rebellen auf ausländische Soldaten und Zivilisten gegeben. Mit dem Angriff auf eine schiitische Moschee in Samarra im Februar nahmen die Spannungen zwischen den Religionsgruppen weiter zu und trieben den Golfstaat an den Rande eines Bürgerkriegs. Dies führte dazu, dass sowohl Schiiten als auch Sunniten und Kurden ihre bisherigen Gebiete verließen und sich in vermeintlich sicherere Gegenden aufmachten. Ethnisch gemischte Nachbarschaften gibt es immer seltener. (APA/dpa/Reuters)

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