Rosneft nennt Preisspanne

11. Juli 2006, 14:08
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Der staatliche russische Ölkonzern startet die "Roadshow" - Preissspanne von 5,85 bis 7,85 Dollar

Moskau - Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft hat für seinen Börsengang eine Preisspanne von 5,85 bis 7,85 Dollar (4,68 bis 6,28 Euro) festgelegt. In einer am Montag verbreiteten Presseerklärung machte das Unternehmen keine Angaben dazu, mit wie viel Prozent der Aktien Rosneft an die Börse gehen will. Der Staat wird in jedem Fall die Mehrheit behalten. Russlands drittgrößte Erdölgesellschaft wirbt ab dem heutigen Montag auf einer "Roadshow" in London und Moskau um die Gunst der Anleger.

Nach unbestätigten Angaben will der bisher zu knapp 100 Prozent staatliche Konzern durch den Börsengang mindestens 14 Mrd. Dollar einnehmen. Das meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf einen am Börsengang beteiligten Experten. Rosneft gab bekannt, nach dem Börsengang auf eine Marktkapitalisierung von 60 Mrd. bis 80 Mrd. Dollar zu kommen. Analysten hatten sich zuletzt kritisch zu diesem Vorhaben geäußert, da Rosneft damit den russischen Branchenprimus Lukoil mit einem Marktwert von derzeit 57 Mrd. Dollar übertreffen würde. Bei Ölförderung, Umsatz und Gewinn wies Lukoil im Vorjahr im Vergleich zu Rosneft bessere Zahlen auf.

Kredittilgung

Westlichen Anlegern wird Rosneft Globale Hinterlegungszertifikate (GDR) anbieten. Aus dem Erlös des Börsengangs soll unter anderem ein von der Rosneft-Muttergesellschaft Rosneftegas 2005 aufgenommener Kredit westlicher Banken in Höhe von 7,5 Mrd. Dollar getilgt werden. Aus diesem Kredit hatte Rosneftegas den Erwerb von 10,74 Prozent der Aktien des weltgrößten Gasproduzenten Gasprom und somit die Konsolidierung der Gasprom-Mehrheit in staatlicher Hand finanziert.

Rosneft stieg durch die umstrittene Übernahme der ehemaligen Yukos-Tochter Juganskneftegas im Jahr 2004 zur Nummer drei der russischen Ölbranche auf. Juganskneftegas war bis zur Zerschlagung des Ölkonzerns Yukos dessen wichtigster Förderbetrieb. Unklar sind derzeit noch die juristischen Risiken durch Klagen von Anlegern, die sich durch den Kauf der Yukos-Fördertochter betrogen fühlen.

Rosneft hatte im Vorjahr 74,6 Mio. Tonnen Öl und Gaskondensat sowie 13,1 Mrd. Kubikmeter Gas gewonnen. Die bewiesenen Vorräte des Konzerns belaufen sich externen Schätzungen zufolge auf zwei Mrd. Tonnen Öl und 691 Mrd. Kubikmeter Gas. (APA/dpa)

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