Megafauna erobert Kriegsgebiete zurück

3. Juli 2006, 14:07
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Bürgerkrieg im Kongo hatte auch Virunga-Nationalpark in Mitleidenschaft gezogen - Populationen von Elefanten und Büffeln wieder im Steigen

Kinshasa - Durch den Virunga-Nationalpark im Osten des Kongo streifen nach Angaben von Tierschützern trotz des Bürgerkriegs wieder mehr Elefanten als noch vor einigen Jahren. Auch die Population anderer großer Säugetiere wie etwa von Büffeln und Elefanten habe auf Grund von Tierschutzmaßnahmen wieder zugenommen, teilten die New Yorker Wildlife Conservation Society (WCS) und das Institut Congolais pour la Conservacion de la Nature (ICCN) der Demokratischen Republik Kongo am Freitag mit. Zuletzt hatten Okapi-Sichtungen für Aufsehen gesorgt: die seltenen Verwandten der Giraffen hatten in der Region als ausgestorben gegolten.

Der älteste Nationalpark Afrikas liegt an der Grenze zu Ruanda und wies einst die weltweit größte Dichte von Großwild auf. Während der vergangenen zehn Jahre wurde er zum Schauplatz von zwei Kriegen zwischen Rebellengruppen und Soldaten mehrerer afrikanischer Länder. Die Wilderei geriet daraufhin außer Kontrolle.

Eine Zählung habe nun ergeben, dass sich die Tierbevölkerung erhole, teilten die Naturschutzorganisationen mit. So seien in diesem Monat 340 Elefanten gezählt worden, verglichen mit nur 265 vor drei Jahren. Die Büffel-Population sei im gleichen Zeitraum von 2.300 auf 3.800 gestiegen. Grund sei ein besserer Schutz der Tiere durch Aufseher. "Die Ergebnisse der Zählung sind ermutigend und ein Beweis dafür, dass das Leben im Park auch unter schwierigsten Bedingungen geschützt werden kann", sagte WCS-Projektleiter Deo Kujirakwinja. Die Parkaufseher riskierten bei der Arbeit jedoch häufig ihr Leben. Seit 1996 seien über 100 Parkwächter ums Leben gekommen. (APA/Reuters/red)

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    Hochwillkommener Rückkehrer: Ein Okapi im Virunga-Nationalpark

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