Teheran stoppt Benzinimporte und rationiert Treibstoffe

6. Juli 2006, 13:32
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Experte: Weniger Sanktionsanfällig - Benzinimporte wegen eigener unzureichender Verarbeitungs- Kapazitäten

Teheran - Der Iran wird wie ab September seine Benzin-Importe einstellen und sich dann auf die eigene Produktion beschränken. In der kommenden Woche werde entschieden, wann die damit verbundene Rationierung des Benzins beginne, sagte Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh am Freitag. Das Parlament hatte zuvor eine Reduzierung der Staatsausgaben für Benzin-Importe beschlossen.

Weniger sanktionsanfällig

Experten zufolge zielt die Entscheidung des Parlaments darauf ab, das Land weniger anfällig für Sanktionen zu machen. Die Einschränkung der Benzinverkäufe wäre eine Möglichkeit der internationalen Gemeinschaft, den Iran wegen seines Atomprogramms unter Druck zu setzen.

Obwohl der Iran nach Saudi-Arabien über die zweitgrößten Erdölreserven der Welt verfügt, ist das Land wegen unzureichender Verarbeitungskapazitäten auf Benzin-Importe angewiesen. Rund 40 Prozent des täglichen Bedarfs von etwa 75 Millionen Liter müssen eingeführt werden.

40 Mio. Liter Kapazität - 70 Mio. Liter Verbrauch

Die Raffinerien im Iran zur Rohölverarbeitung haben eine Kapazität von 40 Mio. Liter pro Tag, der Verbrauch liegt aber bei 70 Mio. Liter. Benzin ist darüber hinaus dank massiver Subventionen extrem billig: Ein Liter Normalbenzin kostet umgerechnet nur wenige Euro-Cent.

Weil aber immer mehr Menschen im Iran ein Auto besitzen und der Ölschmuggel in die iranischen Nachbarländer boomt, ist die Nachfrage kaum noch zu befriedigen. Dies wurde bisher durch milliardenteure Benzinimporte ausgeglichen. (APA)

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