Olmert: Israel wird an Politik der gezielten Tötung festhalten

25. Juni 2006, 09:16
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Trotz Gefahr ziviler Opfer - Schusswechsel in Ramallah

Jerusalem/Ramallah - Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Ehud Olmert an seiner Politik der gezielten Tötung militanter Palästinenser festhalten. "Wir werden jeden angreifen, der sich an terroristischen Aktivitäten beteiligt, Kassam-Raketen abfeuert, Sprengsätze vorbereitet oder Selbstmordattentäter losschickt", sagte Olmert am Donnerstagabend auf einer Wirtschaftskonferenz in Jerusalem.

Israel werde trotz der Gefahr ziviler Opfern weiter so vorgehen. Der Regierungschef entschuldigte sich für zivile Opfer israelischer Angriffe im Gazastreifen, sagte aber, dass das Leben israelischer Einwohner des Grenzortes Sderot "nicht weniger wichtig" sei.

Israel hatte seine Truppen nach der Räumung aller jüdischen Siedlungen im vergangenen September aus dem Gazastreifen abgezogen. Seitdem haben militante Palästinenser immer wieder selbst gebaute Kassam-Kleinraketen auf das israelische Grenzgebiet gefeuert. Israel reagiert mit eigenem Raketenbeschuss.

Bei einer Serie israelischer Angriffe auf den Gazastreifen sind in den vergangenen Wochen einige unbeteiligte Zivilisten ums Leben gekommen. So waren am Dienstag drei palästinensische Kinder nördlich von Gaza umgekommen. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat Israel aufgefordert, das Völkerrecht zu respektieren und sicherzustellen, dass sein Vorgehen angemessen ist, wie ein UNO-Sprecher am Mittwochabend erklärte.

Schusswechsel in Ramallah

Unterdessen wurde ein palästinensischer Geheimdienstoffizier nach Angaben aus palästinensischen Kreisen am Donnerstagabend in Ramallah bei einem Schusswechsel mit israelischen Soldaten getötet. Das israelische Militär bestätigte den Vorfall, und sagte, die Soldaten seien unter Beschuss gekommen und hätten das Feuer erwidert. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. (APA/dpa)

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