Wasserfonds stehen nicht nur im Sommer hoch im Kurs

10. Juli 2006, 14:50
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Wasser ist ein kostbares Gut - Nicht nur die steigende Weltbevölkerung erhöht die Nachfrage, auch die Industrie benötigt immer mehr "blaues Gold

Wien-Die große Hitze der vergangenen Tage hat bei vielen den Gedanken an ein kühles Nass hervorgerufen. Ob ein Glas kaltes Wasser oder der Sprung in selbiges - Wasser war wohl zuletzt ein noch begehrteres Gut als an "normalen"Tagen. Rohstoff-Analysten sind sich seit langem darüber einig, dass Wasser - gerne auch als blaues Gold des 21. Jahrhundert bezeichnet - in den nächsten Jahrzehnten zu einem der kostbarsten Güter wird. Das steigende Interesse für Wasser sei auch daran erkennbar, das spezielle Wasserfonds in den vergangenen Monaten einen regelrechten Boom erlebt haben und mittlerweile ein Milliarden-Volumina aufweisen. Durch Überalterung in den Industrienationen, Bevölkerungswachstum und globales Wirtschaftswachstum benötigen immer mehr Menschen Wasser - einerseits als Lebensgrundlage (Trinkwasser) andererseites für diverse Produktionsverarbeitungen.

Drei spezielle Fonds

Genau auf diese langfristigen Trends setzen mittlerweile bereits drei spezielle Investmentfonds, wie aus einer Analyse von e-fundresearch.comhervorgeht. Sowohl der Pictet Water Fund, als auch der SAM Sustainable Water bzw. der KBC Eco Water konnten in den vergangenen Jahren den Weltaktienindex MSCI World schlagen (siehe Grafik). Diese Outperformance wurden laut Analyse mit einer geringeren Volatilität als der Vergleichsindex erzielt (MSCI World 16 Prozent p.a., Wasserfonds 12-13 Prozent). "Viele Wasserunternehmen stammen aus dem Bereich Versorger und Industrie. Dieser defensive Fokus senkt automatisch das Risiko", erklärt Hans-Peter Portner, Fondsmanager des Pictet Water Fund, diese Entwicklung.

Hohe Mittelzuflüsse

In alle drei Fonds floss zuletzt viel neues Geld: Der Pictet-Fonds wuchs von 400 Mio. Euro im Mai 2005 auf mittlerweile 1,6 Mrd. Euro. Der SAM Fonds ist mittlerweile rund 500 Mio. Euro schwer (Vorjahr: 110 Mio.) und auch der mit 85 Mio. Euro kleinste Wasserfonds von KBC, war 2005 noch keine zehn Mio. Euro groß.

Das zunehmende Anlegerinteresse führen Experten vor allem auf die anhaltende Klimawandel-Diskussion zurück. "Ein Großteil der Zuflüsse kommt zumindest bei uns von Privatanlegern", berichtet Dieter Küffer, Fondsmanager des SAM Sustainable Water Fund. Institutionelle Anleger halten sich eher zurück. Laut Schätzungen der Weltbank müssen pro Jahr bis zu 80 Mrd. US-Dollar investiert werden, um die Grundversorgung mit Wasser zu gewährleisten. Hinsichtlich des enormen Nachfragewachstums wartet am Wassermarkt ein attraktives Umfeld für Investoren und Anleger. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.6.2006)

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