Kontrolle hat völlig versagt

29. Juni 2006, 13:44
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Wie ein Krimi liest sich der Bawag-Prüfbericht der Notenbank - Auszüge daraus

Wien – Wie ein Krimi liest sich der Bawag-Prüfbericht der Notenbank (OeNB), den News veröffentlicht hat:

  • Insgesamt ist ein völliges Versagen sämtlicher interner Kontrollinstanzen festzustellen (...) überdies ist auf die fehlende Information beziehungsweise bewusste Falschinformation der Bankenaufsichtsbehörde und OeNB hinzuweisen.
  • 1995 Tatsächlich stellte sich heraus, dass die (Anm.: Karibik-)Geschäfte faktisch nicht besichert waren. Der Aufsichtsrat ist bezüglich der Sicherheiten dieser Transaktionen zweifellos falsch informiert worden.
  • 1998: Obligo: 1,033 Mrd. Euro. Gegenüber der Innenrevision wurden die ursprünglichen Kredite an die von Wolfgang Flöttl verwalteten Firmen als „rückgeführt“ dargestellt. Die Innenrevision ging davon aus, dass das Engagement ordnungsgemäß getilgt worden ist. Sie konnte ja nicht wissen, dass das Geld, mit dem diese Kredite bedient wurden, aus neuen Krediten der Bawag (...) stammte. Die Revision ist planmäßig hintergangen worden.
  • 1999: Obligo: 1,474 Mrd. Euro. Ein Betrag von über einer Milliarde Euro war nicht werthaltig und hätte in der Bilanz 1999 größtenteils wertberichtigt werden müssen.
  • 2000: Obligo: 1,801 Mrd. Euro. Es stellt sich die grundsätzliche Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass ein erfahrener Portfoliomanager wie Wolfgang Flöttl jedes ihm anvertraute Geld in einen Totalverlust führt. Es besteht (...) der Verdacht, dass es zu Malversationen gekommen ist.
  • Ab 2000: Ursprünglich wurde Martin Schlaff (Anm.: Unternehmer) gebeten, Transaktionen über Firmen in seinem Einflussbereich durchzuführen. Nachdem Schlaff sich dazu nicht bereit gefunden hat, wurde die Transaktion über diese laut Vorstandsdirektor Nakowitz von Schlaff genannten Firmen abgewickelt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.6.2006)
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