Erfolgsmodell Museumsquartier

28. Juni 2006, 13:47
posten

Besucherzahlen steigen im Areal, stagnieren in den Institutionen

Wien – Das Treiben im Museumsquartier wird auch noch fünf Jahre nach der Eröffnung des Kulturareals immer bunter: Ende Mai/ Anfang Juni zählte Integral täglich 9800 Besucher. Hochgerechnet aufs Jahr (unter Berücksichtigung frequenzschwächerer Monate) ergibt das 3,2 Millionen. Die Besucherzahl stieg also seit 2002 (mit rund zwei Millionen) kontinuierlich an.

Die Institutionen hingegen meldeten für 2005 stagnierende Zahlen. Der Zuwachs von 1,08 Millionen im Jahr 2003 auf 1,19 Millionen erklärt sich durch den neu hinzugekommenen Dschungel und das Quartier 21: Bei Veranstaltungen hätten 152.000 Besucher gezählt werden können – fast doppelt so viele wie 2003.

Trotz der Tatsache, dass nur ein Drittel das Kulturangebot wahrnimmt, vermittelten MQ-Direktor Wolfgang Waldner, Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag Zufriedenheit: Das MQ sei weiter auf Erfolgskurs, wie diverse Studien über Konzept und Positionierung bestätigten.

Zu den Plänen von Mumok- Direktor Köb, eine Rinderhalle des ehemaligen Schlachthofes St. Marx als Dependance zu adaptieren (DER STANDARD berichtete am 3. Juni exklusiv über das Mumok21), meinte Gehrer, man wolle Initiativen, so auch den Contemporary Art Tower von MAK-Chef Peter Noever, nicht einengen: "Innovation muss sein. Die Weiterentwicklung an anderen Standorten ist möglich." In der nächsten Legislaturperiode müsse man nicht nur die gedeckelten Basisabgeltungen der Museen anheben, sondern auch die Finanzierung dieser Projekte prüfen. Mailath-Pokorny hält dagegen Ideen, die Kunsthalle Wien zu verlagern, für "nicht spruchreif". (trenk / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.6.2006)

Share if you care.