Hochtief und Alpine bekommen Asfinag-Autobahnauftrag

7. Juli 2006, 11:51
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Eine der größten öffentlichen Auftragsvergaben, der Bau der Nordostumfahrung Wiens, wurde laut Asfinag an den Bestbieter vergeben - mit Kommentar

Wien - Der Aufsichtsrat der staatlichen Autobahnfinanzierungsgesellschaft Asfinag hat, wie erwartet, das Konsortium um die deutsche Hochtief, die Deutsche Bank und die Salzburger Alpine als Bestbieter für den Bau der 51 km langen Nordautobahn A5 abgesegnet. Es handelt sich um die erste Vergabe einer privaten Autobahn nach dem PPP (Public-Private-Partnership)-Modell. Sie führt von Wien nach Mistelbach, das fehlende Teilstück bis zur Grenze nach Tschechien soll später ausgeschrieben werden.

Das Sieger-Konsortium (das aus vergaberechtlichen Gründen namentlich nicht genant wurde) muss nun die Finanzierung des rund eine Milliarde Euro teuren Projekts finalisieren, der definitive Zuschlag erfolgt dann im September.

Unverstandene Eile

Genau diese Eile verstehen die unterlegene Bieter-Gruppen um Strabag/Raiffeisen und Bilfinger Berger nicht. Sie werden die Vergabe beeinspruchen, sodass vor der Wahl im Oktober mit Sicherheit kein Spatenstich mehr möglich wird. Für Asfinag-Aufsichtsratsvorsitzender Johann Quendler war bei der Vergabe jedenfalls alles rechtens: "Auf Grund der sorgfältig aufbereiteten und transparent dargestellten Prüfungsergebnisse fiel die Entscheidung des Aufsichtsrats ganz eindeutig aus. Bei allen Vergabeverfahren gibt es welche, die sich freuen und welche, die enttäuscht sind. Aber dass die Asfinag jemanden getäuscht hätte, davon kann keine Rede sein. Alle Bieter hatten immer die gleichen Bedingungen und damit auch die gleichen Chancen."

"Entsetzt"

Bieter sollten ihre "Bedenken"nicht über die Medien, "sondern im Rahmen des vom Vergaberechts vorgesehenen Verfahrens mitteilen". Er sei sicher, ein "transparentes und professionelles Verfahren durchgeführt zu haben", sagte Quendler. Das allerdigns wird sowohl von Strabag/Raiffeisen als auch von Bilfinger Berger bezweifelt. Letzere zeigten sich "extrem überrascht und entsetzt"über den Vergabevorgang.

Dem Vernehmen nach hat sich der Asfinag-Aufsichtsrat auch mit der Neuverteilung der Vorstandsagenden beschäftigt. Hintergrund ist die Erweiterung des ehemaligen Zweier-Vorstandes um Ex-Verkehrsminister und Landwirt Mathias Reichhold.

Begründet wurde die Erweiterung des Asfinag-Vorstandes unter anderem damit, dass das Unternehmen mit 1. Mai von den Ländern sämtliche Autobahnmeistereien und damit zusätzlich 1400 Mitarbeiter übernommen hat. Reichhold soll für den Neubau zuständig sein, Franz Lückler für Betrieb und der dritte Vorstand Christian Trattner für Maut und Finanzen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.6.2006)

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