Elsner wollte 12,2 Millionen Euro Abfertigung

29. Juni 2006, 13:44
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Bawag-Klage dokumentiert gravierende Verstöße gegen Sorgfaltspflicht

Wien - Ex-Bawag-Chef Helmut Elsner habe im Jahr 2000 eine Pensionsabfindung von 168 Millionen Schilling (12,21 Mio. Euro) gefordert. Letztlich habe sich Bawag-Aufsichtsratspräsident Günter Weninger mit Elsner auf die Zahlung von einer Abfindung von rund 94 Millionen Schilling (6,83 Mio. Euro) geeinigt, berichtet das am Freitag erscheinende "Format" unter Berufung auf die Schadenersatzklage der Bank gegen ihren Ex-Chef.

Elsner habe sich im Jahr 2000 von der Aktuar Versicherungsmathematik GmbH, einer Tochter der Wirtschaftsprüfungskanzlei TPA, ein Gutachten anfertigen lassen, dass ihm einen Pensionsanspruch in Höhe von rund 168 Millionen Schilling" errechnet hat.

Wegen der "Erschleichung der Ablöse" und dem "arglistigen Zusammenwirken des Beklagten mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats" im Zusammenhang mit der Ablösezahlung fordere die Bawag-P.S.K. nun den gesamten Betrag "inklusive Zinsen" zurück, berichtet "Format" laut Vorausbericht.

Umgehung der Kontrollstrukturen

Die von der renommierten Rechtsanwaltskanzlei Fellner-Wratzfeld formulierte, 30 Seiten starke Klagsschrift listet laut Magazin zudem Elsners zahlreiche "Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht" auf. So werde ihm etwa konkret vorgeworfen "den Aufsichtsrat irreführend über die Natur der Geschäftsbeziehungen der Bawag zu Dr. Wolfgang Flöttl informiert" zu haben.

"An Stelle der angemessenen Begrenzung der bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken und der Vermeidung von Risikogleichläufen wurden Verluste nicht begrenzt, sondern der Kapitaleinsatz stetig erhöht, Währungsrisiken nicht angemessen begrenzt, Art und Verlauf der Geschäfte mangels Risikomanagements de facto nicht überwacht, die Kontrollstrukturen bewusst umgangen bzw. außer Kraft gesetzt sowie die Aufsicht vorsätzlich falsch bzw. nicht informiert", heißt es laut "Format" in der Bawag-Klage. (APA)

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