Globales Plädoyer für die Evolutionstheorie

21. Juni 2006, 18:01
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Forscher aus aller Welt treten für Darwins Lehre ein - Wissenschafts- Akademien erteilen "Kreationismus" Absage

Rom - 67 Nationale Akademien der Wissenschaften aus aller Welt haben sich in einer gemeinsamen Erklärung für die Evolutionslehre Darwins stark gemacht. Mit Blick auf den "Kreationismus" forderten sie Gesetzgeber, Lehrer und Eltern auf, dafür zu sorgen, dass "wissenschaftlich überprüfte" Erklärungen zur Entstehung und Entwicklung des Lebens an Schulen gelehrt werden. Diese dürften nicht durch "wissenschaftlich nicht überprüfbare" Theorien ersetzt oder vermischt werden.

Der Aufruf wurde unter anderen von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften unterzeichnet. Zum Kern des wissenschaftlichen Verständnisses über die Entwicklung des Lebens gehöre folgende Erkenntnis: "Gemeinsamkeiten in der Struktur des genetischen Codes aller heute lebender Organismen, einschließlich des Menschen, weisen deutlich auf einen gemeinsamen Ursprung hin."

"Kreationismus" und "Intelligentes Design"

Dagegen erklärt der "Kreationismus", der vor allem unter strengen amerikanischen Christen Anhänger hat, die Entstehung des Lebens im Kern durch die biblische Schöpfungsgeschichte, nach der Gott die Lebewesen der Erde erschaffen hat. Das Leben sei auch erst einige Tausend Jahre alt. Eine scheinbar weniger extreme Spielart des Kreationismus ist die Theorie vom "Intelligenten Design", die der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn als zumindest für diskussionswürdig erachtet.

Viele moderne Theologen dagegen betrachten die Bibel nicht als Lehrbuch im heutigen wissenschaftlichen Sinn. Naturwissenschaft und christlicher Glaube schließen sich für sie aber keinesfalls aus. Die heutige Evolutionswissenschaft, die auf Charles Darwin (1809-1882) basiert, geht im Gegensatz zur Schöpfungsgeschichte von einer langsamen Evolution der Arten über mehrere Milliarden Jahre hinweg aus. (APA/dpa)

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