Plaut nimmt Kapitalschnitt vor

29. Juni 2006, 14:58
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Weitreichende Entschuldung durch Darlehensverzicht - Kapitalerhöhung bis zu 8,2 Millionen Euro

Salzburg - Eine weit reichende Sanierung und signifikante Entschuldung meldete heute, Mittwoch, die in Salzburg ansässige börsenotierte IT-Beratungsgruppe Plaut. Unter der Federführung der deutschen KST Beteiligungs AG Stuttgart seien die Sanierungsschritte erfolgreich eingeleitet worden, gab die Aktiengesellschaft bekannt.

Gemeinsam konnte in Verhandlungen mit dem Hauptgläubiger "in signifikanter Verzicht" in Höhe von 7,3 Millionen Euro auf eine Restdarlehensschuld in Höhe von 9,5 Millionen Euro erreicht werden, hieß es. Dieser Darlehensverzicht stelle die Basis für eine weit reichende Entschuldung der Plaut AG dar, die auch als Basis für geplante strategische und operative Maßnahmen im Kerngeschäft dienen solle.

Verbindlichkeiten

Im Zusammenwirken der KST Beteiligungs AG und der VEM Aktienbank AG München soll nach einer bei der Plaut Aktiengesellschaft durchzuführenden vereinfachten Kapitalherabsetzung (Verhältnis 5:3) eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage unter Wahrung der Bezugsrechte der Altaktionäre und der KST Beteiligungs AG in einem Ausmaß von bis zu 8,2 Millionen Euro durchgeführt werden. Diese soll die Plaut AG in die Lage versetzen, alle noch bestehenden, nicht gegenüber Banken aushaftenden Verbindlichkeiten unter Anrechnung des Verzichtes durch den Hauptgläubiger zu tilgen.

Neben der deutlichen Stärkung der Eigenkapitalbasis der Plaut AG würden diese Schritte zu einer geplanten Entschuldung in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro bei gleichzeitiger signifikanter Erhöhung der frei verfügbaren Geldmittel führen.

Diese Maßnahmen sollen in der nunmehr auf den 28. Juli 2006 festgelegten ordentlichen Hauptversammlung von den Aktionären beschlossen werden. Die Hauptversammlung war ursprünglich für 29. Mai anberaumt, musste aber wegen "interner Gründe" verschoben werden.

Umsatz-Rückgang

Plaut erwartet wie berichtet auch für 2006 einen rückläufigen Umsatz, das Ertragsniveau soll hingegen gehalten, Bilanz- und Eigenkapitalstruktur verbessert werden. Der Umsatz werde von 37,3 Millionen Euro 2005 heuer auf 30 bis 33 Millionen Euro zurückgehen. Im April wurden über eine Barkapitalerhöhung 1,4 Millionen Euro zusätzliches Kapital zur teilweisen Abdeckung des negativen Konzerneigenkapitals geholt.

2005 ging der Plaut-Umsatz um rund zwölf Prozent auf 37,3 Millionen Euro zurück, das Betriebsergebnis (EBIT) drehte von minus 3,2 Millionen Euro auf plus 0,3 Millionen Euro. Das Konzernergebnis verbesserte von minus 3,7 auf plus 1,1 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung ging um 12,6 Prozent auf minus 12,8 Millionen Euro zurück, die frei verfügbare Liquidität stieg zum Jahresende 2005 um rund 73 Prozent auf 2,4 Millionen Euro. 2005 wurde mit einem Kapitalschnitt - das Grundkapital wurde halbiert - auch der Bilanzverlust von 9,9 Millionen Euro aus dem Jahr 2004 ausgeglichen. (APA)

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