Heute: Duell der Enttäuschten

21. Juni 2006, 22:57
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Serbien-Montenegro vor letztem Spiel als Zwei-Nationen-Team mit Verletzungssorgen - Cote d'Ivoir muss auf Drogba verzichten

München - Der letzte Vorhang fällt. Im Duell der Enttäuschten wollen sowohl Serbien-Montenegro als auch die Elfenbeinküste für einen versöhnlichen Abschluss der aus ihrer Sicht misslungenen Fußball-WM sorgen. Vor allem die Osteuropäer stehen nach der "Schmach" gegen Argentinien unter Druck. "Wir müssen versuchen, unsere Ehre wiederherzustellen", erklärte Kapitän Savo Milosevic vor der Abschlusspartie der beiden bereits ausgeschiedenen Teams am Mittwoch (21:00 Uhr) in München.

Nach der 0:6-Demütigung gegen Argentinien und dem Chaos der vergangenen Tage sinnt die Mannschaft des scheidenden Trainers Ilija Petkovic im letzten Länderspiel als Zwei-Nationen-Team auf Wiedergutmachung. "Wir müssen unser Gesicht wahren", gab Schalke-Verteidiger Mladen Krstajic die Marschrichtung vor. Vor der Partie, in der die "Blauen" nach Ansicht von Milosevic "viel verlieren, aber nichts gewinnen" können, plagen das ohnehin nur mit 21 Spielern ins Turnier gestartete Team personelle Probleme.

Neben den gesperrten Mateja Kezman und Ognjen Koroman fällt auch Albert Nadj aus. Da auch Danijel Ljuboja (VfB Stuttgart), Ivica Dragutinovic und Dusan Basta angeschlagen sind, stehen Petkovic im ungünstigsten Fall nur zwölf Feldspieler zur Verfügung.

Trotz des frühen Ausscheidens ist die Stimmung im Lager der Elfenbeinküste ungleich besser. Die zuvor als Geheimfavoriten gehandelten Afrikaner müssen zwar auf den gelb-gesperrten Torjäger Didier Drogba verzichten, sind aber nach ihren couragierten Auftritten gegen die Niederlande und Argentinien zuversichtlich. "Die bisher gezeigte Leistung macht viel Hoffnung für die Zukunft", meinte Nationalcoach Henri Michel, der seinen Abschied ankündigte.

Für seine Spieler wird das Duell der Gescheiterten kein Match um die "Goldene Ananas": "Wir wollen den Sieg für die Menschen in unserer Heimat. Dann können wir erhobenen Hauptes nach Hause fahren", meinte Angreifer Bakary Kone.

Das wird der Petkovic-Elf auf keinen Fall gelingen. Selbst ein "Dreier" zum Abschluss würde die WM-Mission der mit vielen Ambitionen angereisten "Blauen" nicht retten können. Nun hoffen alle auf den Neuanfang mit zwei eigenständigen Nationalteams von Serbien und Montenegro. "Ein Kapitel in unserer Geschichte ist zu Ende gegangen und ein anderes, hoffentlich besseres, wird am Mittwoch beginnen", erklärte Verbands-Sprecher Aleksandar Boskovic. (APA/dpa/Reuters)

  • ELFENBEINKÜSTE - SERBIEN-MONTENEGRO
    (Münchner Stadion, 21 Uhr, Schiedsrichter Marco Rodriguez/Mexiko):

    Elfenbeinküste: 1 Tizie - 21 Eboue, 4 Kolo Toure, 3 Boka, 12 Meite - 5 Zokora, 19 Gneri Yaya Toure, 2 Akale, 22 Romaric - 9 Arouna Kone, 14 Bakary Kone Es fehlt: Drogba (Gelb-Sperre)

    Serbien-Montenegro: 1 Jevric - 13 Basta, 6 Gavrancic, 20 Krstajic, 3 Dragutinovic - 2 Ergic, 4 Duljaj, 10 Stankovic, 18 Vukic - 19 Zigic, 21 Ljuboja Es fehlen: Kezman (Rot-Sperre), Koroman (Gelb-Sperre), Vidic (Knieverletzung)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Für Serbien gabs bisher nichts zu lachen.

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