Anklage fordert Todesstrafe für Saddam

21. Juni 2006, 09:31
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Ex-Präsidenten wegen Massakers an 148 Schiiten in der Stadt Dudschail im Jahr 1982 angeklagt

Bagdad - Im Prozess gegen den früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein hat die Anklage die Todesstrafe gefordert. In dem Verfahren geht es um ein Massaker an 148 Schiiten in der Stadt Dudschail im Jahr 1982. Die Staatsanwaltschaft wirft Saddam in diesem Zusammenhang Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

Den Antrag der Staatsanwaltschaft auf die Todesstrafe hat der frühere irakische Präsident Saddam Hussein ohne deutlich sichtbare Regung zur Kenntnis genommen. Die Andeutung eines Lächelns schlich sich auf das Gesicht des tief gefallenen Machthabers, als Chefankläger Jaafar al-Moussawi in der Verhandlung am Montag seinen Strafantrag bekanntgab: "die maximale und härteste Strafe". Saddam Hussein folgte den Ausführungen, indem er sich Notizen in einem großen gelben Heft machte. Das Heft ruhte auf einer Ausgabe des Korans.

Mitangeklagte zeigen keine Reaktion

Sein Halbbruder Barzan al-Tikriti, der die Verhandlungen in den vergangenen Monaten immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen hatte, nahm den Antrag auf Todesstrafe ebenso reglos hin wie der frühere Vizepräsident Taha Yassin Ramadan. Die Angeklagten erkennen das Gericht nicht als rechtmäßig an.

Saddam und die anderen Angeklagten stehen seit Oktober wegen eines Massakers an 148 Schiiten der Stadt Dudschail vor Gericht, in der 1982 ein Attentat auf den irakischen Präsidenten vereitelt wurde. Den Angeklagten werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Eine Vollstreckung des Urteils könnte jedoch durch Berufungsanträge oder weitere Prozesse gegen die Angeklagten verzögert werden. (Reuters)

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