Deutsche Bahn könnte 2008 starten

11. Juli 2006, 14:08
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Laut Verkehrsminister Tiefensee - Rechnet mit langsamer Wirtschaftsentwicklung im Osten Deutschlands

München/Berlin - Die Deutsche Bahn könnte nach Meinung des deutschen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee 2008 privatisiert werden. "Wenn das Parlament die Rahmenbedingungen schafft und die DB AG kapitalmarktfähig ist, wäre ein Börsengang ab dem Jahr 2008 möglich", sagte der SPD-Politiker dem Münchner Nachrichtenmagazin "Focus". Dafür sollten bereits in diesem Herbst die Weichen gestellt werden. Ob die Bahn samt dem Schienennetz an die Börse gehen soll, ist laut Tiefensee noch nicht entschieden.

Der Minister sagte, die Deutsche Bahn müsse ein Top-Unternehmen in Europa bleiben und diese Stellung ausbauen. "Das ist im ureigenen deutschen Interesse. Da bin ich Patriot", wurde er zitiert. Das Unternehmen solle sich als das wichtigste europäische Mobilitäts- und Logistikunternehmen etablieren.

Sollte die Bahn mit dem Schienennetz an die Börse gehen, will Tiefensee dies "mit unverzichtbaren Bedingungen" verbinden. "Wir wollen mehr Wettbewerb auf der Schiene. Die Wettbewerber müssen einen diskriminierungsfreien Zugang auf der Schiene bekommen." Weil in den kommenden zehn Jahren 25 Milliarden Euro staatliche Mittel in die Infrastruktur investiert würden, sei eine große Transparenz notwendig. "Der Steuerzahler hat einen Anspruch darauf, dass sein Geld so effizient wie möglich eingesetzt wird."

Langsame Fortschritte

Unterdessen rechnet der auch für den Aufbau Ost zuständige SPD-Minister nur mit langsamen Fortschritten in der ostdeutschen Wirtschaft. "Wenn es uns gelingt, das Geld richtig einzusetzen, dann werden wir gut 30 Jahre nach der friedlichen Revolution, also 2020, mindestens in einigen Wachstumsregionen eine stabile Wirtschaft haben", sagte Tiefensee der "Berliner Zeitung" (Samstag-Ausgabe).

Solche Zentren würden auch einen ländlichen Raum im Umkreis von 50 bis 100 Kilometern um sie herum mitziehen. Von der wirtschaftlichen Erholung werde aber nicht der gesamte Osten profitieren. Es werde auch zukünftig regionale Unterschiede geben, sagte Tiefensee. "Diese Realität müssen wir akzeptieren." (APA)

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