Federer so gut wie Borg

27. Juni 2006, 16:11
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Der Schweizer gewann Turnier in Halle zum vierten Mal en suite und egalisierte den Rasen-Rekord des legendären Schweden

Halle/Westfalen - Wimbledon fest im Visier hat sich Roger Federer ein weiteres Mal in den Tennis-Geschichtsbüchern verewigt. Der weltbeste Tennis-Profi gewann am Sonntag durch das 6:0,6:7(4),6:2 gegen den Tschechen Tomas Berdych nicht nur das ATP-Turnier im ostwestfälischen Halle als erster Spieler zum vierten Mal in Serie. Der dreifache Wimbledon-Champion aus der Schweiz egalisierte mit seinem 41. Sieg nacheinander auch den Rekord des legendären Björn Borg, der von 1976 bis 1980 auf Rasen ungeschlagen war.

Nur wenige Wochen nach Rafael Nadal, der seinen Sandplatz-Rekord auf nunmehr 60 Siege en suite geschraubt hat (bis dahin Standen die 53 Erfolge von Guillermo Vilas als Bestmarke zu Buche) ausgelöscht hatte, ist also auch die Bestmarke von Borg egalisiert worden. Und es besteht kein Zweifel daran, dass der Schweizer diesen in Wimbledon auch verbessert. Doch das interessiert den 24-Jährigen kaum. "Die Zahl ist unglaublich, doch für mich bedeutet es nicht sehr viel. Aber ich nehme es gerne mit", sagte Federer, der zuletzt vor vier Jahren in der 1. Runde von Wimbledon gegen Mario Ancic auf Rasen verlor.

Für Federer, der zum 15. Mal hintereinander in ein Finale einzog, ist der Erfolg in Halle ein gutes Omen. Denn nach seinen drei vorangegangenen Siegen triumphierte der Schweizer anschließend auch in Wimbledon. Doch nach seiner Finalniederlage bei den French Open gegen Nadal, der beim anderen Wimbledon-Warm Up in Queens im Viertelfinale wegen einer Schulterverletzung aufgeben musste, hatte Federer in Halle einige Mühe. Vor allem im Viertelfinale gegen Olivier Rochus stand der Weltranglisten-Erste mehrfach vor dem Aus, wurde teilweise sogar vom "Tennis-Floh" aus Belgien regelrecht vorgeführt.

Aber wie kaum ein anderer zeigte Federer gerade unter Druck sein bestes Tennis und die mentale Stärke eines Weltklasse-Athleten. Und das bekam Berdych, der bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen Federer in der dritten Runde ausgeschaltet und eine seiner bittersten Niederlagen zugefügt hatte, zu spüren. Trotz der Kräfte zehrenden Matches zuvor lieferte der müde Federer gegen den Tschechen eine beeindruckende Vorstellung ab: Im ersten Satz demontierte der Weltranglisten-Erste seinen Kontrahenten in nur 16 Minuten.

Im zweiten Durchgang fand Berdych endlich seinen Rhythmus und ließ sein Talent aufblitzen. Im Tiebreak behielt er die Nerven und zwang Federer in die Verlängerung. Dort spielte Federer dann aber seine ganze Routine aus und siegte am Ende souverän. (APA/dpa)

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