Peres: Waffenruhe mit Hamas im Interesse aller

17. Juni 2006, 16:30
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Vizepremier erwartet baldige Gespräche Israels mit Abbas

Almaty/Gaza - Israels Vize-Ministerpräsident Shimon Peres hat die von der palästinensischen Hamas-Regierung angebotene Waffenruhe grundsätzlich begrüßt. Er glaube, dass alle Parteien an einer Beruhigung der Lage interessiert seien, sagte Peres bei einem Besuch in Kasachstan. Der Vize-Ministerpräsident versicherte, sein Land werde nicht mit Angriffen beginnen. Unterdessen distanzierte sich die radikale Hamas von der Position ihrer Regierung. Die angebotene Waffenruhe repräsentiere nicht die Ansichten der Organisation an sich, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri.

Die von der Hamas geführte Palästinenser-Regierung hatte sich am Vortag grundsätzlich zu einer Waffenruhe bereit erklärt. Sie teilte mit, sie werde sich auch bei militanten Gruppen im Gazastreifen dafür einsetzen, den Raketenbeschuss Israels zu stoppen. Als Voraussetzung nannte die Hamas-Regierung jedoch, dass Israel seine militärischen Aktivitäten in den Palästinensergebieten beendet.

Vizepremier erwartet baldige Gespräche Israels mit Abbas

Die israelische Regierung rechnet mit baldigen direkten Gesprächen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas. Der Fatah-Vorsitzende sei für Israel ein ernst zu nehmender Verhandlungspartner, sagte Peres am Freitag. Die Palästinenser müssten wählen zwischen dem Weg des Kompromisses, den Abbas anbiete, und dem Weg des radikalen Islamismus der Hamas-Regierung.

Letztere werde niemals internationale Anerkennung erfahren, solange sie nicht der Gewalt abschwöre und das Existenzrecht Israels anerkenne, betonte Peres. Israel hoffe darauf, dass Abbas und damit der Weg des Friedens die Oberhand im innerpalästinensischen Machtkampf behielten. Abbas will die Hamas zur Billigung eines Plans zwingen, der im Nahen Osten einen palästinensischen Staat neben Israel vorsieht. Dies würde eine zumindest indirekte Anerkennung Israels bedeuten. (APA/Reuters/AP)

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