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15. Juni 2006, 15:00
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Gegen die in Hochglanz- und Teeniemagazinen erzeugten negativen Selbstbilder klebt das "Magazine Project"

Wenn das "Problembewusstsein" für den eigenen Körper fehlt, dann sorgen Teenie-Magazine bestimmt dafür, dass es entsteht. So war es jedenfalls bei Raedy Ping, als sie beim Blättern durch ein Mädchenmagazin im Alter von 13 Jahren auf die "Hässlichkeit" von Sommersprossen aufmerksam gemacht wurde. Fortan musste sich der Teenager als auch über diese Pünktchen auf der Haut Gedanken machen und natürlich die teuren Hilfsmittel dagegen in Anspruch nehmen.

13 Jahre später ist die Tendenz von Teenie-Magazinen, Mädchen Negativbilder über den eigenen Körper zu verkaufen, ungebrochen, meint die 24-jährige Studentin aus Chicago. Gemeinsam mit anderen "Gegenkultur"-AktivistInnen hat sie deshalb das "Magazine Project" gegründet, eine NGO, die sich der Körper-Hass-Info-Flut auf ganz eigene Weise stellen will.

Girl-positive

Im Zentrum ihrer Aktivitäten steht die "Manipulation" von Teeniezeitschriften: Freiwillige suchen Buchgeschäfte und Supermarktketten auf, um in den dort angebotenen Magazinen subversive Botschaften einzuschmuggeln. Auf den Zetteln, die sie unbemerkt in die Hochglanz-Welt plazieren, steht zum Beispiel: "Models on Pages may be uglier than they appear", um auf die digitale Nachbearbeitung der dargestellten Körper hinzuweisen. Seiten aus Fanzines, Fotomaterial und andere "girl-positive"-Inhalte sollen die jungen Mädchen auf die Seite der Plattform locken, in der sie über die "schädliche Wirkung" dieser Magazine auf das eigene Selbstbild informieren.

Die erste Aktion der Gruppe fand im November 2005 in Chicago statt, inzwischen wurde auch schon in Boston und in mehreren kleinen Städten der USA interveniert. Auf die Kleinstädte dieser Welt kommt es Initiatorin Ping ja auch besonders an: "Niemals hätte ich als Mädchen aus dem ländlichen, südlichen Indiana von dieser Gegenkultur erfahren, wenn ich nicht irgendwann eine Bikini Kill-Platte in die Finger bekommen hätte". (freu)

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