"Die Menschheit überlebt nur in den Weiten des Alls"

15. Juni 2006, 12:00
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Physiker und angehender Kinderbuch-Autor Stephen Hawking sieht die Zukunft unserer Spezies in der erd-unabhängigen interstellaren Aussiedelung

Hongkong - Für ihr Überleben muss sich die Menschheit nach Ansicht des britischen Astrophysikers Stephen Hawking im All eine neue Heimat suchen. Der 64-jährige Wissenschafter sagte auf einer Pressekonferenz in Hongkong, schon in 20 Jahren könnten die Menschen eine dauerhafte Basis auf dem Mond errichten, in 40 Jahren eine Kolonie auf dem Mars.

Siedlungen im All ohne Erd-Unterstützung

"Wir werden keinen so netten Platz wie die Erde finden, wenn wir nicht zu einem anderen Sternensystem gehen", sagte Hawking. "Für das Leben auf der Erde besteht die wachsende Gefahr, durch eine Katastrophe ausgelöscht zu werden, etwa durch eine plötzliche globale Erwärmung, einen Atomkrieg, ein genetisch verändertes Virus." Wenn die Menschen es schafften, sich innerhalb der nächsten 100 Jahre nicht selbst umzubringen, sollten sie Siedlungen im All errichten, die ohne Unterstützung von der Erde funktionierten.

Kinderbuch-Pläne

Hawking möchte überdies ein Kinderbuch verfassen: Er wolle über die "Wunder des Universums" zusammen mit seiner Tochter Lucy schreiben, kündigte Hawking an, wie die Londoner Zeitung "Guardian" berichtete.

Das Buch solle jene Altersgruppe ansprechen, die sich für die Abenteuer des Zauberlehrlings Harry Potter interessiert. Weder Hawking noch seine Tochter wollten bisher jedoch Einzelheiten nennen.

Bestseller

Hawkings bekanntestes Buch, die populärwissenschaftliche Abhandlung "Eine kurze Geschichte der Zeit", ist seit dem Erscheinen 1988 in 40 Sprachen übersetzt und mehr als zehn Millionen Mal verkauft worden. In dem Werk beschäftigt sich der Astrophysiker unter anderem mit so genannten schwarzen Löchern und der Theorie vom Urknall. (APA/AP)

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