"Arabisches Derby" als Schlüsselspiel

14. Juni 2006, 20:14
12 Postings

Tunesien will am Mittwoch mit Sieg gegen Saudi-Arabien Tür zum Achtelfinale aufstoß­en - Stürmerstar Dos Santos fällt aus

München - Tunesien hat 1978 mit einem 3:1 gegen Mexiko für den ersten Sieg eines afrikanischen Teams bei einer Fußball-WM gesorgt. 22 Jahre und zwei Endrunden-Teilnahmen (1998, 2002) später warten die Nordafrikaner allerdings noch immer auf ihren zweiten Erfolg. Am Mittwoch bietet sich gegen Saudi-Arabien (18:00 Uhr) in München die nächste Gelegenheit, wobei die Tunesier sogar als Favorit ins "arabische Derby" der Gruppe H gehen.

Seit der für Frankreich so unglücklich verlaufenen WM 2002 werden die Nordafrikaner vom damaligen Teamchef der "Equipe tricolore", Roger Lemerre, betreut. Nur zwei Jahre nach seiner Bestellung führte der Europameister Tunesien zum Titel beim Afrika-Cup, später zur WM-Endrunde. Die Teilnahme allein ist der fast durchwegs aus Legionären zusammengestellten Mannschaft diesmal zu wenig. "Wir haben ein großes Ziel, und das ist die nächste Runde. Dieses Spiel ist der erste Schlüssel", erklärte Lemerre.

Verzichten muss der französische Coach auf seinen besten Stürmer, den eingebürgerten Brasilianer Francileudo Dos Santos (Knie). Für ihn dürfte Yassine Chikhaoui beginnen, der als einziger Feldspieler sein Geld nicht im Ausland verdient. Auch bei Saudi-Arabien ist der Einsatz des besten Angreifers noch nicht sicher. Sami Al Jaber, mit seinen 43 Länderspieltreffern längst ein Nationalheld, laboriert an Knieproblemen, sollte aber rechtzeitig wieder fit werden. Im Gegensatz zu den Tunesiern verfügen die "Saudis" über keinen einzigen Legionär.

"Das Spiel gegen Tunesien wird ein 'arabisches Derby'", erwartet Saudi-Arabiens brasilianischer Coach Marcos Paqueta ein hitziges Duell, spielte die Erwartungen allerdings herunter: "Unsere Spieler sind Amateure und überwiegend nicht sehr erfahren." Vor vier Jahren hatte das zum vierten Mal in Folge für die WM qualifizierte Team eine 0:8-Abfuhr gegen Deutschland bezogen, auf der anderen Seite steht auch eine Achtelfinal-Teilnahme 1994 in den USA. "Manche glauben, wir seien das schwächste Team in der Gruppe. Aber wir werden sehen", meinte Star Al Jaber vielsagend.

Viel Erfahrung bringen die Keeper der beiden Teams mit. Tunesiens Ali Boumnijel ist mit seinen 40 Jahren der älteste Spieler dieser WM, Mohammed Al Deayea auf Seiten Saudi-Arabiens mit 181 Team-Einsätzen der Akteur mit den meisten Länderspielen. Ob der Goalie nach fast dreijähriger Absenz allerdings am Mittwoch spielt, ist fraglich. Trainer Paqueta soll den 27-jährigen Mabrouk Zaid bevorzugen.(APA/Reuters/dpa)

  • TUNESIEN - SAUDI-ARABIEN (Münchner Stadion, 18 Uhr, Schiedsrichter: Mark Shield/Australien):

    Tunesien: 1 Boumnijel - 6 Trabelsi, 15 Jaidi, 3 Haggui, 18 Jemmali - 20 Namouchi, 12 Mnari, 14 Chedli, 13 Bouazizi - 5 Jaziri, 9 Chikhaoui Es fehlt: Dos Santos (Knieblessur)

    Saudi-Arabien: 1 Al Deayea oder 21 Zaid - 3 Tuker, 13 Sulaimani, 4 Al Montashari, 2 Dokhi - 14 Khariri, 7 Ameen , 8 Noor, 10 Al Shalhoub - 9 Al Jaber, 20 Al Kahtani Fraglich: Al Jaber (Knieblessur)

    Share if you care.