Österreichs Gehälter steigen zögerlich

28. Juni 2006, 15:11
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Ein Drittel der Angestell­ten hat mehr als zwei Jahre keine Gehalts­erhöhung erhalten, Nummer Eins bei Lohn­kürzungen sind die Iren

Wien - Trotz guter Unternehmensgewinne und steigender Aktienwerte der europäischen Unternehmen wachsen die Gehälter der Beschäftigten nur zögerlich, so das Ergebnis einer EU-weiten Umfrage der Karriere-Internetportale jobpilot und Monster. 33 Prozent der österreichischen Angestellten haben demnach mehr als zwei Jahre keine Gehaltserhöhung mehr erhalten, 14 Prozent mussten sogar Einbußen hinnehmen. Insgesamt sind die Gehälter bei 18 Prozent von Europas Beschäftigten gesunken.

Deutsche am stärksten betroffen

Im Vergleich mit den deutschen Arbeitnehmern sei man jedoch hier zu Lande immer noch besser dran, hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung. Bei unseren westlichen Nachbarn sind 36 Prozent der Lohnempfänger seit zwei Jahren auf "Hold" gestuft. Das ist europaweit der höchste Wert. Das EU-Mittel liegt bei 27 Prozent der Beschäftigten, die seit zwei Jahren keine Lohnzuwächse mehr verzeichnen konnten. 17 Prozent haben ihre letzte Gehaltsverbesserung vor mehr als einem Jahr gesehen, 18 Prozent in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten. Nur 20 Prozent der europäischen Arbeitnehmer konnten im Zeitraum unter sechs Monaten mit einem Plus im Gehaltsschema aufwarten, bescheinigen die Umfrage-Ergebnisse.

Gehaltsreduzierungen betrafen am häufigsten die irischen Arbeitnehmer, dicht gefolgt von den Polen und den Deutschen. 29 Prozent der Iren, 28 Prozent der Polen und 26 Prozent der Deutschen gaben an, dass sie Gehaltsverluste hinnehmen mussten. Insgesamt traf es die deutschen Arbeitnehmer am härtesten. Nirgendwo in Europa ist die Summe derjenigen, die seit mehr als zwei Jahren auf eine Lohnerhöhung warten oder sogar Einbußen hinnehmen mussten, annähernd so hoch wie in Deutschland.

In Deutschland trifft dies auf 62 Prozent der Beschäftigten zu, in Polen und Italien auf 52 Prozent, in allen anderen Ländern sind es weniger als 50 Prozent. Auch wenn man nur die vergangenen zwölf Monate betrachtet, schneiden die Deutschen mit Abstand am schlechtesten ab: Nur 24 Prozent haben im letzten Jahr eine Lohnerhöhung erhalten gegenüber 31 Prozent der Italiener, 34 Prozent der Österreicher oder gar 58 Prozent der Dänen und Schweden. Neben den skandinavischen Ländern hatten auch die Luxemburger und Schweizer Anlass zur Freude, dort konnten immerhin 45 Prozent beziehungsweise 48 Prozent einen höheren Lohn aushandeln. (APA)

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    Nur Deutschland hat in den vergangenen zwei Jahren weniger Personen mit höheren Gehältern ausgestattet als Österreich.

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