US-Delegation besucht südkoreanischen Industriekomplex in Nordkorea

16. Juni 2006, 14:12
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Arbewiter in Kaesong erhalten ihren Monatslohn von 50 Dollar nicht dirtekt ausbezahlt

Seoul - Mehrere Gesandte aus den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern haben einen umstrittenen südkoreanischen Industriekomplex im Nordkorea besucht. Der Besuch der Industrieanlagen in Kaesong solle dazu dienen, "das Verständnis der Weltgemeinschaft" für die Anlage zu fördern, teilte das südkoreanische Außenministerium am Montag mit. Südkorea hat in Kaesong einen Komplex gebaut, in dem derzeit 15 südkoreanische Firmen niedergelassen sind, die dort nordkoreanische Arbeiter zu Billiglöhnen beschäftigen. Bis 2024 sollen rund dreitausend Fabriken in Kaesong ihren Sitz haben, wie die südkoreanische Regierung in Seoul hofft.

Die US-Botschaft in Seoul teilte mit, sie wolle mehr über den Komplex in Kaesong erfahren und halte den Besuch daher für "sehr angemessen". Nach Angaben des südkoreanischen Außenministeriums nahmen an dem eintägigen Besuch etwa achtzig ausländische Gesandte teil, unter ihnen der US-Botschafter in Südkorea, Alexander Werschbow, sowie der südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon.

Die USA fürchten, dass die südkoreanische Anlage in dem kommunistisch regierten Nachbarland dazu führen könnte, dass Arbeitskräfte ausgebeutet werden und die Regierung in Pjöngjang sich noch länger hält. Südkoreanische Firmen in Kaesong zahlen den einheimischen Arbeitern einen Monatslohn von 50 Dollar (39 Euro). Die Arbeiter bekommen das Geld aber nicht direkt, und die nordkoreanische Regierung sagt nicht, wieviel sie den Arbeitern am Ende wirklich ausbezahlt. (APA)

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