Innenministerium richtete Hotline ein

21. Juni 2006, 15:01
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Albertina, Hofreitschule, Hofburg-Museen geschlossen - Auskünfte über Verkehrsmaßnahmen und Sperrzonen in Wien

Wien - Jetzt beschäftigt der Bush-Besuch das Innenministerium rund um die Uhr: Das Ressort hat nämlich Montag früh eine Telefon-Hotline in Betrieb genommen, bei der unter der Nummer 059133-9500 vierundzwanzig Stunden am Tag Auskünfte über verkehrs- und sicherheitspolizeiliche Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Wien-Aufenthalt des US-Präsidenten George W. Bush am 20. und 21. Juni zu erhalten sind. Die Maßnahmen sollen bis Dienstag endgültig fixiert sein.

Zahlreiche kulturelle Einrichtungen geschlossen

Der Besuch des US-Präsidenten wird am 21. Juni indessen nicht nur den Alltag in der Wiener Innenstadt, sondern auch den Betrieb einiger kultureller Einrichtungen stark beeinträchtigen. Entlang der Route, die Bush von der Ringstraße zum Bundeskanzleramt am Ballhausplatz führt, werden die Albertina, die Spanische Hofreitschule, die Nationalbibliothek sowie die drei Hofburg-Museen Silberkammer, Kaiserappartements und Sisi-Museum geschlossen bleiben, wie eine Umfrage der APA bei den betreffenden Stellen am Montag zeigte.

Der genaue Umfang und Zeitraum der zur Sicherheit des US-Präsidenten eingerichteten Zone stehen zwar noch nicht fest, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren. Vertreter der Polizeispezialeinheit Cobra statteten den verschiedenen Kulturinstitutionen an der Augustinerstraße und dem Michaelerplatz bereits ihren Besuch ab, die meisten Museen und sonstigen Einrichtungen in diesem Bereich sind demnach den gesamten Mittwoch zu, berichteten mehrere Häuser der APA. Damit zeichnet sich schon das Gebiet ab, das möglicherweise von 20. Juni ab 18.00 Uhr bis 21. Juni um 23.00 Uhr gesperrt sein wird, wie von Seiten eines betroffenen Museums verlautete. Insgesamt wären damit nach derzeitigem Stand tausende Kunstinteressierte von den Platzverboten im ersten Bezirk betroffen.

Hofburg-Museen betroffen

Geschlossen haben am 21. Juni auf jeden Fall die drei Hofburg-Museen, die von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB) geführt werden - nämlich die Silberkammer, die Kaiserappartements sowie das Sisi-Museum. Laut einem Sprecher der SKB ist es bei diesen Einrichtungen der erste Schließtag dieser Art. Denn üblicherweise bleibt bei Staatsbesuchen die Zufahrt bzw. der Zugang vom Michaelerplatz offen. Beim Bush-Besuch werde jedoch auch dieser Bereich abgeriegelt.

Laut Schönbrunn-Gesellschaft müssen die drei Museen durch die Sperre auf insgesamt rund 1.500 Besucher bzw. etwa 10.000 Euro an Einnahmen verzichten. Über eine mögliche Abgeltung des Betrages gebe es "interne Gespräche", hieß es. Keinen Versuch, einen möglichen entgangenen Verdienst wieder zu bekommen, unternimmt die Österreichische Nationalbibliothek. Diese muss insgesamt ebenfalls etwa 1.500 Besuchern den Zutritt zu den Lesesälen sowie den musealen Bereichen (wie dem Prunksaal) im Bereich der Hofburg versagen. Die Spanische Hofreitschule muss laut ihrer Sprecherin auf rund 1.200 Gäste verzichten, die üblicherweise der Morgenarbeit sowie den geführten Rundgängen beigewohnt hätten.

Albertina

In einer ähnlichen Größenordnung in Bezug auf die Besucherzahlen bewege sich die Albertina, teilte deren Sprecher mit. Die Albertina, die derzeit eine kulturhistorische Mozart-Schau des Da-Ponte-Instituts beheimatet, bleibt definitiv zu. Gerüchte, wonach die Frau des Präsidenten, Laura Bush, sich die Sammlung anschauen will, wurden weder bestätigt noch dementiert. Das Filmmuseum direkt nebenan hofft noch, dass es am 21. Juni offen halten kann. "Wir lassen das an uns herankommen", hieß es. Tatsächlich dürfte ein Betrieb an diesem Tag jedoch unwahrscheinlich sein, einige hundert Besucher wären davon betroffen.

Nicht betroffen von der Sperre ist hingegen das schräg gegenüber liegende Theatermuseum. "Wir haben aller Wahrscheinlichkeit nach offen", sagte dessen Sprecher, da die Seitengasse der Augustinerstraße auch von der Kärntnerstraße oder vom Graben her zugänglich ist. Und auch das Burgtheater unweit des Ballhausplatzes dürfte Glück haben, wie es gegenüber der APA hieß: "Wir erwarten keine Beeinträchtigungen."

Halte- und Parkverbote

Die Ankunft von George Bush am Wiener Flughafen in Schwechat ist für den 20. Juni um 21.30 Uhr geplant. Der Konvoi des Präsidenten wird sich über die Flughafen-Autobahn, die Schüttelstraße und die Vordere Zollamtsstraße zum Hotel Intercontinental bewegen. Die Strecke wird vorübergehend gesperrt, Halte- und Parkverbote werden erlassen. Solche wird es auch in den Sperrzonen um das Hotel und die Hofburg geben, wo am 21. Juni der EU-USA-Gipfel stattfindet.

Während die Anreise-Route praktisch feststeht - Ersatzstrecken werden laut Innenministeriums-Sprecher Oberst Rudolf Gollia eingeplant -, ist vorläufig noch ungewiss, welchen Retourweg der Konvoi am späten Nachmittag des 21. Juni nehmen wird: wieder über die gesperrte Schüttelstraße oder über die dann ebenfalls gesperrte Erdberger Lände.

Derzeit wird diskutiert, ob es vernünftiger ist, den US-Präsidenten gegen die Einbahn (Schüttelstraße) Richtung Flughafen zu schicken oder entsprechend der üblichen Fahrtrichtung auf der gegenüberliegenden Seite des Donaukanals (Erdberger Lände). Für die Schüttelstraße spricht, dass nicht ein weiterer Straßenzug von "übrig gebliebenen", sprich nicht rechtzeitig von ihren Haltern umgeparkten Fahrzeugen freigemacht werden müsste. Ab Dienstag oder Mittwoch werden laut Gollia bereits Halteverbotsschilder aufgestellt. Dazu werden Info-Folder verteilt, durch die Fahrzeug-Halter sowie Anrainer über die Maßnahmen aufmerksam gemacht werden. (APA)

Hotline

Tel. 059133-9500

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