Bewaffneter Hamas-Arm kündigt Waffenruhe auf

13. Juni 2006, 09:48
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Ezzedin al-Kassam-Brigaden feuern erstmals seit eineinhalb Jahren Raketen auf israelisches Gebiet - "Das Beben wird wieder beginnen"

Gaza - Der bewaffnete Arm der regierenden palästinensischen Hamas-Bewegung, "Brigaden Ezzedin al-Kassam", hat nach eigenen Angaben erstmals seit Einhaltung der Waffenruhe vor eineinhalb Jahren Raketen auf Israel gefeuert. Als Vergeltung für die israelischen Angriffe vom Freitag seien sieben Raketen auf israelisches Staatsgebiet abgeschossen worden, eine davon auf die südisraelische Stadt Ashkelon, erklärten die Brigaden am Samstag in Gaza. Bei einem von mehreren israelischen Angriffen vom Vortag waren an einem Strand im Norden des Gaza-Streifens sieben Zivilisten getötet worden, unter ihnen drei Kinder. Mehr als dreißig Personen wurden nach palästinensischen Angaben verletzt.

Der Raketenbeschuss sei nur der Anfang, die kommenden Angriffe würden viel tiefer in das Landesinnere Israels reichen, erklärte ein Sprecher des militärischen Hamas-Flügels. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung dafür, dass die Raketen tatsächlich eingeschlagen sind. "Das Beben in den zionistischen Städten wird wieder beginnen", hieß es auf einem Hamas-Flugblatt. "Die Widerstandsgruppen werden den richtigen Ort und Zeitpunkt für die harte, starke und beispiellose Antwort wählen."

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) bezeichnete die israelischen Luftangriffe vom Freitag als "blutiges Massaker". Er forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, der israelischen Offensive Einhalt zu gebieten. Premierminister Ismail Haniyeh rief seinerseits zur sofortigen Beendigung der Auseinandersetzungen zwischen seiner Hamas und der Fatah von Abbas auf. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev, äußerte sein Bedauern.

Zur Beisetzung des am Donnerstagabend bei einem israelischen Luftangriff getöteten Sicherheitschefs der Hamas-Regierung, Jamal Abu Samhadana, waren am Freitag im Gaza-Streifen Zehntausende gekommen. Der 43-Jährige stand an zweiter Stelle auf der Liste der von Israel gesuchten palästinensischen Extremisten und galt als Drahtzieher zahlreicher Raketenangriffe. (APA/AP/Reuters)

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