DNA-Analyse wird in wenigen Tagen erwartet

9. Juni 2006, 12:40
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Polizei: Causa ist "Jahrhundertfall" - Im Moment werden Erklärungen gesucht, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte

Klagenfurt - Das Ergebnis der DNA-Analyse, welche die letzten Zweifel an der fatalen Verwechslung der beiden Jugendlichen beseitigen soll, dürfte noch in dieser Woche vorliegen.

Die Sache habe höchste Priorität, hieß es am Donnerstag seitens der Polizei. Inzwischen ist auch bekannt, dass die Gailtalklinik in Hermagor die Zweifel an der Identität dem Bezirksgericht Hermagor übermittelt hat. Die Klinik betreut im Moment den Patienten.

Langsamer Behördenlauf

Dass es von den ersten Zweifeln bis zur Anordnung der DNA-Analyse so lange gedauert hat, lässt sich durch den Behördenlauf erklären. Die Krankenhausleitung wandte sich an das Bezirksgericht, von dort ging die Causa nach Klagenfurt. Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft, Gottfried Kranz, erklärte, sei die Sache in der vergangenen Woche der Anklagebehörde übermittelt worden. "Wir haben dann beim Untersuchungsrichter die entsprechenden Anträge gestellt." Noch am Mittwochabend soll die DNA-Probe entnommen worden sein und nach Innsbruck gebracht worden sein. Ein vorläufiges Ergebnis soll bis zum Wochenende vorliegen.

Suche nach Erklärungen

Im Moment werden Erklärungen gesucht, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte: Nach dem Verkehrsunfall in der Nacht auf den 5. Februar wurden die beiden Jugendlichen in das Krankenhaus eingeliefert. Einer der Jugendlichen lag im Sterben, der andere hatte schwerste Verletzungen", erklärte der Leiter der Kriminalabteilung Kärnten, Oberst Hermann Klammer, gegenüber der APA. Beide wurden intensivmedizinisch behandelt, unterdessen wurden die Eltern informiert.

Den Eltern wurde mitgeteilt, wie es um ihre Söhne steht, danach wurden sie in die Zimmer geschickt, in dem jeweils der mutmaßliche Sohn behandelt wurde. "Die Identifizierung ist von den Eltern ohne geäußerte Zweifel erfolgt, es gab keinerlei Indizien, dass da etwas nicht stimmt", betonte Klammer. Die Polizei habe daher die Identifizierung anerkannt.

Causa ist "Jahrhundertfall"

Die Verwechslung kann sich der Kriminalist auf Grund des Schockzustandes der Beteiligten erklären. Vor einem Rätsel stehen die Beamten, wie der Irrtum über Wochen und Monate hinweg unentdeckt bleiben konnte. "Es ist ja eine Tatsache, dass die Eltern ihren vermeintlichen Sohn ständig besucht haben." Der erfahrene Polizeioffizier bezeichnete die Causa als "Jahrhundertfall", so etwas sei ihm in seiner gesamten Laufbahn "nicht einmal annähernd untergekommen". (APA)

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