UNO: Israel muss Grenze zum Libanon korrigieren

7. Juni 2000, 15:50

Sonst keine UNIFIL-Bestätigung für Ende der Besetzung

Beirut - Die Vereinten Nationen haben Israel am Mittwoch aufgefordert, ihre Grenzziehung zum Libanon an einer Stelle zu korrigieren. Der Sprecher der UNO-Friedenstruppe im Libanon (UNIFIL), Timor Goksel, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Israel müsse den Grenzverlauf an seiner im Norden gelegenen Siedlung Misgavam verändern, andernfalls könnten seine Truppen nicht bestätigen, dass Israel die 22-jährige Besetzung des Südlibanon beendet habe. Der Grenzverlauf dort sei für die UNO nicht hinnehmbar. Die UNIFIL-Truppen patrouillierten am Mittwoch an der Grenze, um sicherzugehen, dass der israelische Rückzug den UNO-Resolutionen entspricht.

Nach der endgültigen Bestätigung des vollständigen Rückzugs soll die UNIFIL im Grenzgebiet Stellung beziehen und dafür sorgen, dass die relative Ruhe, die seit dem Abzug herrscht, bestehen bleibt. Auch der Libanon hat erklärt, er werde seine Truppen erst nach einer endgültigen UNO-Bestätigung in die Region schicken.

Am Dienstag hatte der UNO-Sondergesandte für den Libanon, Terje Roed Larsen angekündigt, die erste Überprüfungsphase sei mit der Festlegung der Linie, hinter die sich Israel zurückziehen müsse, abgeschlossen. Auch wenn Israel und der Libanon Einwände erhöben, sei der Grenzverlauf nicht verhandelbar. Er erwarte, dass beide Regierungen mit den Entscheidungen des Sicherheitsrates einverstanden seien.

Unstimmigkeiten zwischen zehn und 200 Meter

Der Libanon und Israel hatten sich beschwert, der vorgegebene Grenzverlauf stimme nicht mit ihrer jeweiligen Version der internationalen Grenze überein. Doch Larsen hatte nur gesagt, es gebe nur wenige umstrittene Punkte und es gehe jeweils nur um Unstimmigkeiten zwischen zehn und 200 Metern.

In der Ortschaft Ghajar, die Israel 1967 Syrien abgenommen hatte, demonstrierten mehrere hundert Bewohner gegen die von der UNO festgelegte Grenzziehung, die das Dorf halbiert. Unstimmigkeiten gibt es zwischen dem Libanon und der UNO an drei weiteren Stellen. Ministerpräsident Selim Hoss sagte, seine Regierung werde versuchen, das Land zurück zu erhalten, er kündigte aber zugleich an, mit der UNO zusammenzuarbeiten. (APA/Reuters)

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