"Wunder der Singstimme"

14. Juni 2006, 13:17
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Sonderausstellung im Salzburger Haus der Natur widmet sich Funktion und Trainingsweise des Organs

Salzburg - Im Salzburger "Haus der Natur" ist nun eine Sonderschau zu sehen, die sich mit der menschlichen Stimme befasst. Das Austrian Voice Institute, die Universität Salzburg, die Salzburger Festspiele und die internationalen Zentren der Stimm- und Musikermedizin in Frankfurt am Main, Freiburg, Berlin und Stockholm haben die Ausstellung "Wunder der Singstimme" gestaltet und versuchen, Funktion und Trainingsweise dieses Organs darzustellen sowie auf die Verletzlichkeiten der Stimme hinzuweisen.

Ausstellungskurator und Stimmmediziner Josef Schlömicher-Thier vergleicht dafür die Sängerstimme mit dem Hochleistungssport, speziell der Leichtathletik. Demnach entspricht der durchschnittliche Tonumfang der nicht trainierten Stimme 24 bis 28 Halbtönen, ein Spitzensänger kann diesen Umfang auf bis zu 48 Halbtöne erweitern. Verglichen mit dem Hochsprung bedeutet dies eine Leistungssteigerung von 1,42 Meter auf 2,45 Meter.

Dynamik

Auch die Dynamik der Stimme ist extrem trainierbar, so erreichen etwa untrainierte Männer einen Höchstwert von 90 Dezibel und Frauen von 95 Dezibel. Professionelle Sänger treiben diesen Wert hingegen auf 110, und bei einem Jedermann-Rufer wurden gar 115 Dezibel gemessen. Ähnlich dazu vergleicht die Ausstellung die durchschnittliche Tonhalte-Dauer von untrainierter beziehungsweise trainierter Stimme mit Tauchern und die Energie von Stimmen mit jener von Speerwerfern.

Musik-Videos und Tonbeispiele verhelfen der Ausstellung zu akustischer Lebendigkeit, optisch ist sie nur zum Teil geglückt. Eine Reihe von medizinisch-schematischen Darstellungen könnte für den Museumsbesucher allzu wissenschaftlich wirken und das Wissen über die Stimme daher nur wenig erweitern.

"Wunder der Singstimme" ist bis zum 28. August zu sehen und versteht sich nicht nur als Beitrag zum Mozartjahr, sondern vor allem als Teil des groß angelegten und mehrteiligen Ausstellungs-Konzepts "Reise durch den menschlichen Körper". Das Haus der Natur wird diese Reise im kommenden Herbst mit den Sonderausstellungen "100.000 Jahre Sex" und "Sexualität ohne Feigenblatt" fortsetzen. (APA)

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