13 entführte Iraker lebend aufgefunden

9. Juni 2006, 14:04
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Spuren von Folter - Neue Anschläge mit mehreren Toten

Bagdad - Im Irak sind 13 von rund 50 zu Beginn der Woche entführten Mitarbeitern mehrerer Transportfirmen lebend aufgefunden worden. Einige hätten Spuren von Folter aufgewiesen, verlautete am Mittwoch aus Polizeikreisen. Ein Mitarbeiter des irakischen Innenministeriums sprach von zehn Entführten, die wieder auf freiem Fuß sind.

Eine Polizeipatrouille habe die Arbeiter gegen Mitternacht am Vortag in einer Straße von Bagdad entdeckt, wo sie offenbar freigelassen worden waren. Einigen von ihnen sei in den Fuß geschossen worden. Drei seien offenbar verletzt.

Aufständische hatten die etwa 50 Iraker am Montag am helllichten Tage in einer Straße im Viertel Saliyah verschleppt, wie aus dem irakischen Innenministerium verlautete. Die Geiselnehmer waren mit etwa zwölf Lastwagen vorgefahren und trugen Polizeiuniformen, so dass die Betroffenen zunächst an eine offizielle Razzia glaubten. Das Innenministerium leitete am Dienstag eine interne Untersuchung zu dem Vorfall ein.

Unterdessen haben neue Anschläge am Mittwoch schon vor Tagesanbruch mehrere Menschen das Leben gekostet. In Bagdad wurden bei der Explosion eines Sprengsatzes am Straßenrand im Morgengrauen zwei Polizisten in den Tod gerissen. Der Anschlag ereignete sich nahe einer Passstelle im Osten der Hauptstadt. Nicht weit davon entfernt gingen noch in der Dunkelheit drei Raketen nieder. Dabei wurde ein Mann getötet, der wegen der derzeitigen Hitzewelle auf dem Dach seines Hauses schlief. Seine beiden Brüder wurden verletzt.

Am späten Dienstagabend explodierte eine Autobombe am Rande eines schiitischen Trauergottesdienstes im Südwesten Bagdads. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, etwa 20 wurden verletzt. Kurz zuvor hatte der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki in einer Rede seine feste Absicht bekräftigt, die Gewalt in den Griff zu bekommen. Er stellte einen neuen Sicherheitsplan in Aussicht und versprach zugleich die Freilassung von 2.500 Gefangenen, um im Lande Versöhnung und nationalen Dialog zu fördern. (APA/Reuters/AP)

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