Kein Ende für den Handy-Boom

7. Juni 2000, 12:53

Schon 4,5 Millionen Mobiltelefonierer in Österreich - UMTS-Technologie lässt weitere Zuwächse erwarten

Kein Ende nimmt der Handy-Boom in Österreich: Gab es im März 1999 hierzulande noch 2,4 Millionen Handtelefonierer, nutzten im vergangenen April bereits rund 4,5 Millionen die Möglichkeit der drahtlosen Kommunikation, erklärte der Vorstandssprecher des Forum Mobilkommunikation (FMK), Lothar Roitner, heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz in Wien.

"Das ist eine Zahl, die wir im vergangenen Jahr noch nicht einmal für 2001 zu prognostizieren gewagt hätten", beschrieb Roitner die turbulente Entwicklung auf dem Handy-Markt. Die Nase vorn beim Griff zum Mobiltelefon haben weiterhin die skandinavischen Länder, Österreich belegt mit einer Durchdringungsrate von 57,9 Prozent Rang fünf in Europa.

UMTS ist der nächste Schub

Und der nächste Schub - auf Grund der bevorstehenden Einführung der UMTS-Technologie (Universal Mobile Telecommunications Systems), die eine bis zu 200 Mal schnellere Datenübertragung ermöglicht - steht Roitner zufolge bereits bevor: Bis Jahresende könnte sich der Kreis der Mobiltelefonierer auf 5,6 Millionen erweitern, was eine Durchdringungsrate von 70 Prozent bedeute.

Für die noch in diesem Jahr geplante Vergabe der UMTS-Lizenzen in Österreich lehnt Roitner Versteigerungsmechanismen ab: Deren procedere sei weder im Sinne der Netzbetreiber noch der Volkswirtschaft, sondern nur im Interesse der Budgetpolitik.

Grenzwerte für Funkemmissionen: Manche Länder und Gemeinden kreieren sich eigene Grenzwerte"

Als "erfreulich" bewerten die Mobilfunkbetreiber eine Absichtserklärung von Infrastrukturminister Michael Schmid hinsichtlich einer Verordnung zur Regelung der Funkemissionen. "Manche Länder und Gemeinden kreieren sich eigene Grenzwerte", kritisierte FMK-Geschäftsführerin Michaela Reeh. Eine EU-Richtlinie sieht die Reduktion der Emissionswerte bei 1800 Hertz-Frequenzen von zehn auf neun Watt pro m2 und im 900 Hertz-Bereich von sechs auf 4,5 Watt pro m2 vor. Eine Übernahme der Bestimmung ins nationale Recht sei "absolut begrüßenswert", so Reeh.

Im Vorjahr sei das FMK "in allen Kernthemen aktiv" gewesen, zog die Geschäftsführerin Bilanz. Dies betreffe vor allem zahlreiche Initiativen in den Bereichen Verkehrssicherheit, Datenschutz und Gesundheit. Um Handy-User individuell betreuen zu können, bietet das FMK im Internet (www.fmk.at/edf) auch ein Elektronisches Dialog Forum (EDF) an.

Damit Mobiltelefonierer nicht mehr länger negativ auffallen, gibt es nun auch einen Handy-Knigge, in dem die wichtigsten "Benimm-Regeln" aufscheinen: "Damit wollen wir mit einem Augenzwinkern einen Beitrag leisten zur Sensibilisierung im Bereich der Mobilkommunikation", so Roitner. (APA)

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