Schauspielerin mit politischer Meinung

7. Juni 2000, 12:44

Uschi Glas kämpft für Todeskandidatin in den USA

München - Uschi Glas setzt sich für eine zum Tode verurteilte Deutsch-Amerikanerin ein. In einem Interview mit der Illustrierten "Bunte", erklärt sie ihre Gründe: "Ich verstecke meine Meinung nicht. Solche Schicksalsgeschichten sind für mich wie Prüfungen. Ich könnte auch einen bequemeren Weg wählen und mich, statt mich mit Debbies Fall zu beschäftigen, in die Sonne legen."

Glas respektiere zwar die Meinung von Kollegen, dass Schauspieler keine politische oder öffentliche Meinung vertreten dürften, aber das sei auch der bequemste Weg. Im konkreten Fall geht es um die 36-jährige Debbie Milke. Sie wurde im US-Bundesstaat Arizona zum Tode durch eine Giftspritze verurteilt, weil sie 1989 zwei Männer zum Mord an ihrem vierjährigen Sohn Christopher angestiftet haben soll. Die Chefermittler hätten aber, laut Milkes Mutter, die in Deutschland lebt, ein falsches Geständnis erfunden.

Im US-Bundesgericht wird nun entschieden, ob das Urteil aufgehoben oder aufrecht erhalten wird, oder ob es zu einem Wiederaufnahmeverfahren kommt. Uschi Glas lässt der Fall nicht los: "Ich denke jeden Tag an Debbie. Ich finde, sie braucht einen neuen Prozess." (APA)

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