Cross Industries steigt bei Pankl Racing Systems ein

19. Juni 2006, 14:03
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Qino-Gruppe sowie die Privatstiftungen EOS-GEW und Gale trennen sich von Pankl-Beteiligung - AvW fordert Pflichtangebot

Wien - Die Beteiligungsholding Cross Industries der KTM-Kernaktionäre Stefan Pierer und Rudolf Knünz übernimmt 25,59 Prozent am börsenotierten steirischen Rennsport- und Luftfahrtausrüstern Pankl Racing Systems AG. Das teilte Pankl Dienstag früh ad-hoc mit.

Die Qino-Gruppe sowie die Privatstiftungen EOS-GEW und Gale haben den Syndikatsvertrag vom Oktober 2004 einvernehmlich aufgelöst und ihre 25,59-prozentige Beteiligung an Pankl verkauft.

"Strategische Beteiligung"

Das Vorstandsmitglied der Cross Industries AG, Stefan Pierer, bezeichnete den Einstieg bei Pankl mit einer Sperrminorität als "strategische Beteiligung". Sie sei als langfristiges Investment geplant, sagte Pierer. Es gehe um die Ausrichtung hin zum weiteren Ausbau einer starken internationalen Fahrzeug-Industriegruppe.

Pierer betonte, Pankl sei ein gutes österreichisches Industrieunternehmen. Es passe gut zur Cross-Gruppe, weil diese ebenso in der Welt des Motorrennsports "umgeht". Pankl ist auch ein Lieferant für die Sportaktivitäten von KTM. Zur Cross-Industries AG gehören Beteiligungen an Eternit, KTM und auch die börsenotierte Mittelstands-Finanzierungsgesellschaft Unternehmens Invest AG (UIAG).

Nischenplayer

Pankl-Finanzvorstand Wolfgang Plasser freute sich über den Einstieg von Cross: "Passt ausgezeichnet", meinte er. Pankl sei ein Nischenplayer und in seinem Bereich Weltmarktführer. Cross ist nun größter Aktionär, gefolgt von der AvW (Auer von Welsbach)-Gruppe mit einem Anteil von 21 Prozent und der Quino-Beteiligungsgesellschaft, die 18 Prozent hält.

Pankl ist weltweiter Spezialist für ultraleichte, dynamische Motoren- und Antriebsteile, an die hohe Anforderungen gestellt werden. Das sind Kolben, Pleuel, Radaufhängungen und Kardanwellen für F1, Rennsport- und Luxusautos. Seine Kunden in der Luftfahrt wie Boeing oder Sikorsky beliefert Pankl mit Antriebssystemen und Strukturteilen.

Der Wert der Transaktion - etwa ein Viertel der Marktkapitalisierung - liegt auf Basis des aktuellen Börsenkurses bei knapp 24 Millionen Euro.

AvW fordert Pflichtangebot

Die Kärntner AvW Invest AG, ein großer Aktionär beim steirischen Rennsportzulieferer Pankl Racing, verlangt die Legung eines Pflichtangebots durch die Cross Industries, der Gruppe der KTM-Hauptaktionäre Stefan Pierer und Rudolf Knünz. "Wir gehen davon aus, dass der Erwerb des Aktienpaketes das Ergebnis eines von langer Hand vorbereiteten gemeinsamen Vorgehens der Cross Holding und der Qino-Gruppe ist, das ein Pflichtangebot auslöst", erklärt AvW am Dienstag ad hoc. Cross Industries hatte zuvor den Erwerb einer Sperrminorität bekannt gegeben.

Man gehe davon aus, dass "diesbezüglich in den letzten Wochen intensive Gespräche zwischen den genannten Gruppen auf Gesellschafter- und Vorstandsebene unter Einbeziehung von Herrn Wustinger stattgefunden haben", so AvW unter Bezugnahme auf Pankl-Vorstandschef Ernst Wustinger.

Einbinden in den Einstieg

Wolfgang Auer von Welsbach habe als Aufsichtsrat in den Einstieg eingebunden werden sollen, dies aber aus "übernahmerechtlichen Erwägungen" abgelehnt. Man erwarte, dass sich die Übernahmekommission "kritisch" mit dem Einstieg auseinander setzen werde und erwarte, "dass der Preis des Pflichtangebotes zumindest dem von der Cross-Gruppe bezahlten Preis zuzüglich aller sonstigen Herrn Wustinger und der Wustinger-Gruppe gewährten Vergünstigungen entsprechen wird", heißt es in der Mitteilung.

Die AvW hält derzeit etwa 21 Prozent an Pankl Racing und hat in der Vergangenheit eigene Ambitionen auf eine Sperrminorität erkennen lassen. (APA)

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