Camilla Parker Bowles ließ nie ab von Prinz Charles

6. Juni 2000, 23:13

Vom königlichen Rottweiler zum Schoßhündchen

Dass die Queen die große Liebe ihres Sohnes nicht mag, kann daran liegen, dass Ihre Majestät Corgies den Rottweilern vorzieht. Als "königlichen Rottweiler" bezeichneten nämlich die britischen Medien Camilla Parker Bowles (52), weil sie das zerfleischte, was einst als Märchen begonnen hatte: die Ehe zwischen Prinz Charles und Diana.

Dass dabei auch ihre eigene Ehe mit Andrew Parker Bowles in die Brüche ging, davon redete kaum jemand. Und mit einem Blick auf die Familiengeschichte von Charles und Camilla kann man sich zu Recht fragen, ob die eheliche Untreue nun "nature or nurture" (angeboren oder anerzogen) ist. Laut unverbürgten Quellen soll sich nämlich Camilla beim damals noch ledigen Prinz Charles mit den Worten eingeführt haben: "Meine Urgroßmutter und Ihr Urgroßvater waren Liebhaber. Wie wär's denn mit uns beiden?" Verbürgt dagegen ist, dass Camillas Urgroßmutter, Alice Keppel, die Geliebte von Edward VII, dem Urgroßvater von Prinz Charles, war.

Die mit allen Wassern gewaschene Camilla hätte - davon kann man im Nachhinein ausgehen - besser zu Charles gepasst als die unerfahrene Diana. Denn Camilla teilt nicht nur die eine Leidenschaft mit Charles. Sie ist auch eine begeisterte Reiterin.

Camilla stammt zwar selber aus halb so adeligem Geblüt wie Diana. Aber sie war immerhin das erste von drei Kindern von Major Bruce Shand, einem wohlhabenden Weinhändler, der auch das von der Königin verliehene Ehrenamt eines Lord-Leutnants von Sus-sex bekleidete. Die Mutter Rosalind Cubitt kommt aus einer Familie, die sich mit dem Bau des Londoner Nobelquartiers Belgravia eine goldene Nase verdient hat.

Tochter Camilla - akademisch kein besonderer Hochflieger - besuchte unter anderem die Queens Gate School in Kensington. Eine Schule, die im Ruf steht, mindestens die Hälfte aller englischen Diplomatengattinnen hervorgebracht zu haben.

Die wohl schlimmste Zeit in ihrem Leben begann mit dem öffentlich gemachten Eingeständnis des Thronfolgers, dass er Diana mit Camilla betrogen habe. Und mit dem Tod der Märchenprinzessin wurde Camilla erst recht zum Paria. Nur Charles hielt zu ihr.

Doch allmählich schlug das royale Establishment zurück: Dieselben Zeitungen, die kurz nach Dianas Tod die Thronfolge von Charles infrage gestellt hatten, fanden nur wenige Monate später, dass er seine Sache als allein erziehender Vater eigentlich recht gut mache. Und aus dem hinterhältigen Rottweiler Camilla wurde urplötzlich ein folgsames Schoßhündchen, das aus Liebe zu seinem Herrchen die schlimmsten Demütigungen eingesteckt habe.

Die Imagepflege zeigt Wirkung: 77 Prozent der Briten finden, die beiden sollten endlich heiraten. (Peter Isenegger)

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