Polizei sucht angeblich nach schmutziger Chemie-Bombe

5. Juni 2006, 14:35
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Laut Zeitungsberichten - Beamte: "Wir sind sicher, dass eine solche Bombe existiert" - Anschlag während Fußball-WM befürchtet

London - Anti-Terror-Einheiten der britischen Polizei suchen Zeitungsberichten zufolge fieberhaft nach einer so genannten schmutzigen chemischen Bombe, die in Kürze für einen Anschlag verwendet werden könnte. "Wir sind absolut sicher, dass eine solche Bombe existiert und entweder von einem Selbstmordattentäter oder bei einer ferngesteuerten Explosion gezündet werden könnte", zitierte die "Sun" am Samstag einen namentlich nicht genannten Vertreter der Sicherheitskräfte. Eine schmutzige chemische Bombe ist ein Sprengsatz, der mit toxischem Material versehen ist. In der Regel wird der Begriff schmutzige Bombe insbesondere für nukleare Waffen verwendet.

Kein offizieller Kommentar

Auch andere Zeitungen berichteten unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass möglicherweise ein Anschlag unmittelbar bevorstehe. Ziele könnten das U-Bahn-Netz oder gut besuchte Pubs sein, in denen Fans während der Fußball-WM gemeinsam Spiele im Fernsehen verfolgen. "Wir sind zu 100 Prozent sicher, dass ein Anschlag geplant wurde", sagte ein Polizei-Vertreter dem "Daily Mirror". "Wir konnten es nicht unterbinden, er könnte sich sehr bald ereignen." Die Polizei kommentierte die Berichte zunächst nicht.

Die Suche nach biologischen und Chemie-Kampfstoffen erfolgte einen Tag nach einer Großrazzia gegen eine vermutete Bombenwerkstatt in London. Die Gegend um das am Freitag gestürmte Haus war am Samstag noch abgeriegelt. "Notfalls tragen wir das ganze Haus Stein für Stein ab", sagte ein beteiligter Polizeibeamter Reportern im Ost-Londoner Einwandererviertel Forest Gate. Der Sender BBC berichtete unter Berufung auf Geheimdienstkreise, die Sicherheitskräfte hätten vor dem Sturmangriff "ernst zu nehmende" Hinweise darauf erhalten, dass in dem Haus Material zum Bau von Chemiewaffen versteckt wurde.

Polizisten in Schutzanzügen

In diesem Viertel hatten am Freitag 250 Polizisten in Schutzanzügen sowie Angehörige von Spezialeinheiten zur Terrorbekämpfung ein Wohnhaus gestürmt. Ein aus Bangladesch stammender 23-Jähriger wurde dabei durch einen Schuss in die Schulter verletzt. Der Mann und sein 20-jähriger Bruder wurden unter dem Vorwurf der Vorbereitung terroristischer Verbrechen verhaftet.

Der Einsatz im Londoner Osten löste Spekulationen aus, dass die Polizei in dem durchsuchten Haus Bomben oder chemische Waffen vermutet haben könnte. Die Polizei teilte mit, es sei nichts Verdächtiges gefunden worden. Es handelte sich um eine der größten Razzien seit den Selbstmordanschlägen auf das Londoner Nahverkehrssystem vergangenen Juli, bei denen 52 Personen ums Leben kamen. (APA/Reuters/dpa)

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    Die Suche nach biologischen und Chemie-Kampfstoffen erfolgte einen Tag nach einer Großrazzia gegen eine vermutete Bombenwerkstatt in London.

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