Erstmals wieder Lohn für Mitarbeiter von Palästinenser-Behörden

5. Juni 2006, 18:36
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Bank von Palästina begann mit Auszahlung an Beschäftigte in niedrigsten Lohngruppen

Gaza - Rund 10.000 Mitarbeiter der palästinensischen Autonomiebehörde haben am Sonntag erstmals seit Monaten wieder Lohn ausgezahlt bekommen. Die Bank von Palästina begann mit der Auszahlung, obwohl westliche Länder Sanktionen gegen Institute angedroht haben, die mit der von der radikalen Hamas geführten Regierung zusammenarbeiten.

Die Bank zahlte zunächst etwa 10.300 Mitarbeitern der Autonomiebehörde jeweils ein Monatsgehalt aus. Bei ihnen handelte es sich um Beschäftigte in den niedrigsten Lohngruppen. Militante Gruppen hatten zuvor gedroht, sollten die palästinensischen Banken ihre Landsleute nicht unterstützen, würden sie als "Helfer Israels" gebrandmarkt.

Seit mindestens drei Monaten kein Gehalt

Die Palästinenserregierung hat ihren 165.000 Angestellten seit mindestens drei Monaten keine Gehälter mehr gezahlt, was zunehmende Proteste hervorrief und Befürchtungen über Unruhen in den Palästinensergebieten nährte. Die Regierung steckt in einer Finanzkrise, da die Europäische Union (EU) und die USA ihre direkten Hilfen an die Palästinenser jüngst ausgesetzt hatten. Zudem hat Israel die Überweisung von Zoll- und Steuereinnahmen an die Palästinenser eingestellt. Grund dafür ist unter anderem, dass die im Jänner gewählte Hamas-Regierung nach wie vor nicht zur Anerkennung Israels bereit ist.

Am Freitag hatte Ministerpräsident Ismail Haniyeh erste Auszahlungen an 40.000 Angestellte während der nächsten Tage in Aussicht gestellt. Diese Mitarbeiter verdienen maximal 1.500 Schekel (rund 250 Euro). (APA/Reuters)

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