23. Juni 2006, 10:24
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Am 1. Juni veröffentlichte die "Wiener Zeitung" einen Gastkommentar von Jens Tschebull, ehemaliger Chefredakteur von "profil" und "trend", Ex-Herausgeber des "WirtschaftsBlattes" und damaliger "Club 2"-Moderator. Der Kommentar "Liebe Frau Branka, lieber Türkischmann" behandelt das Thema Migranten und ihre Integration. Unter anderem unterstellt er den "Zuagrasten" ihrem "Gastland die aus ihrer Heimat gewohnten Traditionen, Sitten und Moden als neue Norm aufzudrängen."

Aus Sicht der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ) ist dieser Kommentar für das "Amtsblatt der Republik" nicht tragbar, woraufhin sie einen offenen Brief an Chefredakteur Andreas Unterberger und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel richteten.

Unter anderem heißt es in dem Brief, verfasst von Ludwig Dvorak, dem Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich, dass "ganz in der Tradition eines Herrn Strache oder neuerdings wieder Herrn Westenthaler in dem Kommentar Vorurteile geschürt werden, die prinzipiell inakzeptabel, für das Amtsblatt der Republik aber geradezu skandalös sind. ... Es ist allerdings ein starkes Stück, wenn nun schon die 'Wiener Zeitung' als Transporteurin von einer Fremdenfeindlichkeit herhalten muss".

Erratum

In einer älteren Version des Artikels haben wir versehentlich berichtet, Jens Tschebull sei noch Herausgeber des "Wirtschaftsblatts". Wir bedauern. (red)

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