Zug um Zug in Richtung Bank-Verkauf

12. Juni 2006, 11:22
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Sobald der Vergleich mit den US-Gläubigern rechtsgültig ist, wird und muss in der Bank alles Schlag auf Schlag gehen

Wien - Kurz die Details des Vergleichs: Die Bank zahlt 70 Mio. Dollar Anzahlung, zwei Mal 262,50 Mio. Dollar an die Refco-Gläubiger und die potenziellen Sammelkläger sowie 50 Millionen an Thomas H. Lee, der der Bawag ihre zehn Refco-Prozent abgekauft hat. Er hatte ursprünglich das Doppelte gefordert. Der ÖGB zahlt, wenn er beim Verkauf der Bank mehr als 1,8 Mrd. Euro erlöst: 15 Prozent fließen an die Refco-Gläubiger, fünf an die Sammelkläger.

Aufsichtsrat steht bereit

Nach dem Vergleichsabschluss greift ein Rädchen ins andere. Der Aufsichtsrat der Bank steht "Tag und Nacht bereit", um sofort nach der Veröffentlichung des Deals in den USA und der darauf folgenden Testierung durch die Wirtschaftsprüfer die Bilanz 2005 zu beschließen. Die Bilanz wird übrigens einen hauchdünnen Gewinn von 100.000 Euro ausweisen und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der Prüfer bekommen.

Testiert wird nach Vergleichsabschluss, weil erst dann die von der Bundesregierung beschlossene Staatshaftung von 900 Mio. Euro in Kraft treten kann. Und: Steht der Rechtsfriede in den USA, so können dann auch jene 450 Millionen Euro an Eigenkapital fließen, die die Konkurrenzbanken der Bawag und die großen Versicherer für die Rettung der Bank springen lassen müssen. Danach geht es erneut ans Eingemachte: Dann wird die Bank verkauft. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.6.2006)

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