Japanische Sonde lieferte Asteroiden-Erkenntnisse

1. Juni 2006, 20:00
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Asteroid Itokawa ist kein Felsbrocken sondern eine Art Geröllhaufen - Rückkehr der Sonde hat sich verschoben

Tokio/Washington - In einem spektakulären Manöver ist die japanische Raumsonde "Hayabusa" erstmals auf einem Asteroiden gelandet, um Bodenproben zu sammeln. Obwohl noch nicht feststeht, ob diese Probennahme vom vergangenen November erfolgreich war, hat die Sonde beeindruckende Erkenntnisse über den erdnussförmigen Asteroiden Itokawa geliefert.

Unter anderem handelt es sich nicht wie bei anderen Asteroiden um einen Felsbrocken, sondern um eine Art losen, kosmischen Geröllhaufen, wie die Wissenschafter um Akira Fujiwara von der japanischen Weltraumagentur JAXA in einer Artikelserie im US-Fachjournal "Science" (Bd. 312) vom Freitag berichten.

Entstehung

Das Geröll sei sehr locker und porös und werde nur knapp durch die geringe Schwerkraft des kleinen Asteroiden zusammengehalten, schreiben die Forscher. Wenn ein Objekt mit dem nur 500 Meter langen Itokawa kollidiere, würde es wahrscheinlich wie ein Felsstück in einem Kübel voll Sand landen. Da sich das lockere Geröll nach einem solchen Aufprall verschiebe, gebe es nur wenige Einschlagkrater auf Itokawa. Auf diese Weise könnte auch die Kopf- und Rumpf-Struktur des zweigeteilten Asteroiden entstanden sein, hieß es. Oder aber die beiden Teile seien einmal getrennte Geröllhaufen gewesen und miteinander verschmolzen.

Die Struktur von Asteroiden, Relikte des frühen Sonnensystems und die Bausteine der Planeten wie der Erde, war für Wissenschaftler bisher weitgehend rätselhaft. Die japanischen Wissenschaftler um Fujiwara berichten nun, dass Itokawas Oberfläche anders als bei zuvor erforschten Asteroiden sowohl raues Terrain wie auch "samtige Seen" aus feineren Kiespartikeln aufweise.

Hintergrund

Die 2003 gestartete Sonde "Hayabusa", japanisch für Falke, hatte im Herbst vergangenen Jahres den nach einem japanischen Raketenwissenschaftler benannten Asteroiden umkreist und detailliert fotografiert. Zudem war sie einem Falken ähnlich auf den Asteroiden hinabgestoßen und hatte versucht, Bodenproben zu nehmen. Dazu hatte sie eine kleine Metallkugel von rund einem Zentimeter Durchmesser auf die Oberfläche des Asteroiden geschossen. Durch den Aufprall sollte der Boden gelockert und die auffliegenden Teilchen von der Sonde aufgesammelt werden.

Ob dieses Manöver erfolgreich war, wird erst feststehen, wenn die Sonde wie geplant zur Erde zurückkehrt. Nach einer Reihe von Pannen gleitet "Hayabusa" nun mit nur noch wenig Treibstoff zur Erde zurück. Die erwartete Rückkehr hat sich von 2007 auf das Jahr 2010 verschoben. Dann soll der Falke seine Beute über der australischen Wüste abwerfen. (APA/dpa)

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    Zeichnung der Begegnung Hayabusas mit dem Asteroiden

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    Asteroid Itokawa

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