Tirol trifft Vorsorge für Hochwasser-Katastrophen

5. Juni 2006, 18:42
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50 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr in Projekte investiert werden

Innsbruck - Nach der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer will sich das Land Tirol für künftige derartige Ereignisse noch besser rüsten. Eine Reihe von geplanten Maßnahmen wurde am Donnerstag präsentiert. Rund 50 Millionen Euro sollen alleine im kommenden Jahr in die Projekte investiert werden.

"Die Katastrophe im Vorjahr wurde großartig bewältigt", zeigte der für Katastrophenschutz zuständige Landesrat Anton Steixner (V) bei einem Pressegespräch über die Schadensabwicklung seinen Stolz. Das Ereignis sei in den vergangenen Monaten genau analysiert worden. Da solche Katastrophen laut Experten in der Zukunft voraussichtlich öfter passieren werden, wolle sich das Land noch besser vorbereiten.

Analog zu den Lawinen-Kommissionen im Winter werden in den Gemeinden Katastrophenschutz-Kommissionen gebildet. Feuerwehr-Mitglieder sollen in den Gemeinden besonders eingebunden werden, auch Schulungen an der Landes-Feuerwehrschule sind vorgesehen. Um für länger andauernde Katastrophen-Einsätze besser gerüstet zu sein, bilden die Feuerwehren Bezirks-Einheiten. Auch zusätzliches Katastrophenschutz-Material wird angeschafft.

Ab 2007 sollen örtliche Katastrophenschutz-Tage zum Thema "Richtiges Verhalten für die Bevölkerung" stattfinden. Für Hubschrauber-Einsätze werden landesweit insgesamt vier Stützpunkte eingerichtet. Zusätzlich eine Million Euro soll jährlich für die Schutzwald-Sanierung ausgeben werden.

Auf der Valluga am Arlberg wird Österreichs fünfte Wetter-Radarstation gebaut. Dieses Radar erkennt Details anrückender Unwetter auf über 100 Kilometer Entfernung und misst zudem Dichte und Menge der Niederschläge. Die Anlage soll im Herbst 2007 in Betrieb gehen.

Mit technischen Verbauungen stoße der Hochwasserschutz an seine Grenzen, erklärte der für Schutzwasserbau zuständige Landesrat Hannes Bodner (V). Von Seiten des Landes Tirol gebe es es daher ein klares Bekenntnis zu Retentionsräumen für Fließgewässer. Alle Projekte sollen jedoch zuerst mit Gemeinden und Grundeigentümern abgestimmt werden. Bodner verwies auch auf die Bedeutung von Speicher-Kraftwerken im Zusammenhang mit Hochwasserschutz. (APA)

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