Festschrift für Altbischof Krenn umstritten: "Rechte Berührungen"

3. Juli 2006, 14:46
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Erscheint im umstrittenen "Ares-Verlag", der laut DÖW "mehrere Berührungspunkte zum Rechtsextremismus" aufweist

St. Pölten - Um den St. Pöltner Altbischof Kurt Krenn ist es seit seiner Abberufung still geworden, doch rechtzeitig zu seinem 70. Geburtstag (28. Juni 2006) sorgt jetzt eine Festschrift für Wirbel.

Die 760 Seite starke Laudatio "Der Wahrheit verpflichtet" erschien wider Erwarten aber nicht im der Diözese St. Pölten gehörenden "Niederösterreichischen Pressehaus", sondern im umstrittenen "Ares-Verlag", einer Tochter des steirischen "Leopold Stocker Verlags".

Dieser publiziert auch die Zeitschrift Neue Ordnung. Einige dort erschienene Artikel befand ein Gerichtsurteil bereits 2004 als "stark rechtsnational, zum Teil das NS-Regime verharmlosend". Auch laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) weise der Leopold Stocker Verlag "mehrere Berührungspunkte zum Rechtsextremismus auf".

Es könne schon sein, dass "Herr Stocker so was auch verlegt. Für mich ist er ein guter Katholik, und es war alles korrekt", so Jutta Kern, persönliche Sekretärin von Krenn und Initiatorin der Festschrift, zum STANDARD.

Besonders prekär: Unter den drei Herausgebern der Festschrift findet sich auch der Rektor und Dekan der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten, Josef Kreiml. Für den Krenn-Kritiker Pater Udo Fischer "eine völlig untragbare Situation".

Vonseiten der Diözese St. Pölten betonte man am Mittwoch, die Verlagswahl sei "aus rein wirtschaftlichen Gründen" geschehen und vom Krenn-Sekretariat vorgenommen worden. (DER STANDARD, Printausgabe, 1.6.2006)

Von Markus Rohrhofer

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