Große Unterschiede in der Slowakei

12. Juli 2006, 16:32
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Der Immobilienmarkt in den Großstädten boomt, in den entlegenen Regionen sind leer stehende Geschäftsgebäude aber praktisch unverkäuflich

Bratislava - Der gegenwärtige Boom der slowakischen Wirtschaft wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt aus. Vor allem österreichische Banken würden zunehmend in slowakische Immobilien investieren, berichteten Experten slowakischer Banken. Auslandsinvestitionen konzentrierten sich vor allem auf die slowakische Hauptstadt Bratislava (Preßburg) und andere Großstädte. Aber auch Städte mit guter Verkehrsverbindung nach Bratislava - speziell die künftigen Autostädte Trnava und Zilina - profitierten vom Aufschwung. Der Rest des Landes bleibe zurück.

Der Immobilienmarkt in der Hauptstadt ist nach Angaben der Experten großen Schwankungen unterworfen. Infolge von Spekulationen auf mögliche Preissteigerungen wegen des EU-Beitritts vor zwei Jahren galt der Markt zunächst als "überhitzt". Die Preise für Wohnflächen in Top-Lokalitäten stiegen, während sie weniger lukrativen Stadtrandlagen sanken. Derzeit würden Wohnungen in den Plattenbausiedlungen außerhalb des Stadtzentrums um zehn bis zwanzig Prozent billiger verkauft als Anfang 2004. In vornehmeren Stadtteilen Bratislavas hingegen koste der Quadratmeter etwa 1.900 Euro, im Wohnstadtteil Petrzalka nur 880 Euro.

Im Osten und Süden kaum Bautätigkeit

Vor allem außerhalb der Hauptstadt sei weniger vom EU-Beitritt zu spüren. Investitionsankündigungen wie von der Autoindustrie hätten nur auf eng begrenztem Raum unmittelbar um die entstehenden Fabriksstandorte deutliche Preissteigerungen bewirkt und den Anstoß zu verstärkter Bautätigkeit gegeben. In den für ausländische Investoren weniger interessanten Regionen im Osten und Süden des Landes, mit Ausnahme von wenigen lokalen Wirtschaftsoasen, gebe es hingegen kaum Bautätigkeit.

Eine ähnliche regionale Verteilung zeige sich bei Büro- und Geschäftsflächen. So würden in der Hauptstadt vermehrt Multifunktionsgebäude und Hochhäuser errichtet. In den entlegenen Süd- und Ostregionen jedoch seien leer stehende Geschäftsgebäude praktisch unverkäuflich. (APA/dpa)

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    In Bratislava (Bild: Nationaltheater) boomt die Baubranche, in anderen Regionen sieht es eher düster aus.

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