Rebellen besetzen wichtigstes Krankenhaus von Mogadischu

6. Juni 2006, 14:49
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Rotes Kreuz "zutiefst besorgt" über Schicksal der Patienten

Modadischu - Schwer bewaffnete Rebellen haben am Dienstag das wichtigste Krankenhaus der somalischen Hauptstadt Mogadischu besetzt. Mehrere dutzend Mitglieder der Allianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen den Terrorismus (ARPCT) stürmten die Klinik am Montagabend, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Dienstag berichtete. Einige Patienten hätten fliehen können. Um die verbleibenden Menschen sei die Organisation "zutiefst besorgt". Ein Rebellensprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, die ARPCT wolle mit der Aktion das Krankenhaus vor islamistischen Milizen schützen.

Die von den USA gestützten Kriegsherren der ARPCT-Allianz kämpfen seit Februar in Mogadischu gegen islamistische Rebellen. Das Keysaney-Krankenhaus ist nach Angaben des Roten Kreuzes das einzige Krankenhaus vor Ort, das zur Behandlung von Kriegsverletzungen angemessen ausgestattet ist. Allein in der vergangenen Woche wurden hier hunderte in Gefechten verwundete Menschen aufgenommen.

Waffenlieferungen

Unterdessen forderte der UNO-Beauftragte für Binnenflüchtlinge, Dennis McNamara, illegale Waffenlieferungen nach Somalia einzustellen. "Wir können es uns nicht leisten, dass sich die Lage weiter verschlimmert. Wir brauchen einen umfassenden Lösungsansatz, und das heißt sicher nicht, eine Seite weiter aufzurüsten", sagte McNamara, ohne ein Land ausdrücklich zu nennen. "Mogadischu ist die einzige Hauptstadt weltweit, die eine Viertelmillion Flüchtlinge und keinerlei internationale Präsenz hat", sagte McNamara. "Die Umstände, unter denen Flüchtlinge in Somalia leben, gehören zu den schlimmsten, die ich in ganz Afrika gesehen habe", fügte er hinzu. (APA/dpa)

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    Der UNO-Beauftragte Dennis McNamara fordert einen Stop der Waffenlieferungen nach Somalia

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