RLB Oberösterreich steht bei AMAG bereit

8. Juni 2006, 14:39
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Die AMAG sei immer ein Thema, aber man könne sich nicht als Beteiligungspartner aufdrängen, so RLB-Generaldirektor Ludwig Scharinger

Linz - Die Raiffeisenbank (RLB) Oberösterreich habe wissen lassen, dass sie zur Stelle sei, wenn sie bei der AMAG gebraucht werde, berichtete RLB-Generaldirektor Ludwig Scharinger in einer Pressekonferenz vor der Hauptversammlung seines Institutes am Montag. "Es ist uns nicht einerlei, was in einer Region geschieht, in der um jeden Arbeitsplatz gerauft wird", erklärte er.

Wie berichtet will AMAG-Generaldirektor Klaus Hammerer seinen 40-Prozent-Anteil verkaufen. Der zweite Haupteigentümer, die ebenfalls 40 Prozent haltende Constantia Packaging, hat das Vorkaufsrecht für die Anteile. Die Belegschaftsvertretung ist für den Verkauf des 20 Prozent-Anteils, der im Eigentum einer Mitarbeiterstiftung steht. Die Verhandlungen sind noch im Gange.

80 Prozent der AMAG-Mitarbeiter hätten Konten bei Raiffeisen, machte Scharinger aufmerksam. Wenn es Probleme gebe, wirke sich das auf alle Unternehmen in der Region aus, auch auf die Bäcker oder Friseure. Die AMAG sei immer ein Thema, aber man könne sich nicht als Beteiligungspartner aufdrängen, das komme auf die Konstellation an. Reserven seien in der RLB genug vorhanden, um dafür zu sorgen, dass das Unternehmen nicht - wohin auch immer - abdrifte.

200 Euro Beteiligungskapital

Scharinger nannte als Schwerpunkt für das laufende Jahr, vor allem mittelständischen Unternehmen Chancen- und Partnerkapital anzubieten. Dafür sollen heuer rund 200 Mio. Euro Beteiligungskapital eingesetzt werden. Denn in den nächsten zehn Jahren stünden alleine in Oberösterreich bis zu 10.000 Unternehmen zur Übergabe an die nächste Generation an. Zuletzt habe die Invest AG der RLB die Übergabe des Textilunternehmens "Eisbär" an den Nachfolger mit Chancenkapital begleitet, weitere 25 vor allem mittelständische Unternehmen würden geprüft, berichtete der Generaldirektor.

Die RLB Oberösterreich hat im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von 15,684 Mrd. Euro bilanziert, das entspricht einem Plus von 10,6 Prozent, für heuer sind laut Scharinger 17,250 Mrd. geplant. Die Geldkapitalbildung erreichte 13,221 Mrd. Euro - plus 20,6 Prozent. Heuer sollen es 15 Mrd. werden. Die Finanzierungsleistung stieg im Vorjahr um 14 Prozent auf 8,107 Mrd. Euro - für heuer geplant: 9 Mrd.

Das Betriebsergebnis wuchs im Jahr 2005 um 16,7 Prozent auf 143,3 Mio. Euro. Heuer soll es auf 150 Mio. klettern.

Die Raiffeisenbankgruppe Oberösterreich hat im Vorjahr eine Bilanzsumme von 28,310 Mrd. erreicht, das ist ein Plus von 8,6 Prozent. Heuer soll sie erstmals 30 Mrd. übersteigen. Die Geldkapitalbildung wuchs um 15,1 Prozent auf 30,996 Mrd. Euro, für heuer sind 34,1 Mrd. geplant. Die Finanzierungsleistung wuchs um 10,1 Prozent auf 16,261 Mrd. Euro. Für heuer sind 17,6 Mrd. angepeilt. Das Betriebsergebnis fiel um 15,3 Prozent höher aus und kam auf 239 Mio. Euro. Der Plan für heuer sieht 252 Mio. Euro vor. Scharinger ist überzeugt, alle gesteckten Ziele zu erreichen. (APA)

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