Wunderbare Welt der Mütter im neuen "Bob"

30. Mai 2006, 13:01
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Die neue Ausgabe des Magazins widmet sich dem "Trend" zur Mutterschaft

"Was war das Positive am Kinderkriegen?" "Die Enkel." Eine 82-Jährige gibt ehrliche Antwort auf die Fragen ihrer Enkelin. Einschränkung, Fürsorge, Schuldgefühle als die Ingredienzien von Mutterschaft? Zumindest kommt es so rüber in dem Gespräch zwischen den beiden Generationen, das in der neuen Ausgabe von "Bob" zu finden ist. Das Magazin hat sich in seiner dritten Ausgabe dem Thema "Mütter" verschrieben und will den allgemeinen "Trend zur Mutter" durch eine Vielzahl von Perspektiven erweitern.

Wolfgang Haas drückt es im Leitartikel als eine Erweiterung des "Bewegungsspielraums" aus, und spielt darauf an, was wir alle wissen: Muttersein ist keine reine persönliche Angelegenheit, sondern auch eine von höchstem staatlichen und wirtschaftlichen Interesse. Schwer zu übersehen, dass eine ganze Reihe von Instanzen mitreden, bestimmen, urteilen will ... nicht umsonst heißt es im neuen Hochzeitsbuch des Gesundheitsministeriums "Glückliche Familien sind auch im Interesse des Gemeinwohls" (siehe Gastkommentar: Ein [reiz]volles Hochzeitsbuch).

Was prägt also das starke Bild von der Mutter, das wir alle in uns tragen? In "Bob" berichten Mütter unterschiedlicher Herkunft und sozialer Schicht von ihren Erfahrungen. Orte von Müttern werden kulturwissenschaftlich interpretiert ("In der Kinderspielplatzhölle"). Franz Thalmair zeigt, wie Mütter handeln, wenn sie sprechen - auch in TV-Serien ("Serielle Muttersprache"). Ute Bock gibt über ihre angebliche "Mutterrolle" in der Flüchtlingsbetreuung Auskunft.

Seinem vielperspektivischen Anspruch wird "Bob" somit gerecht. Nicht einmal der Glamour darf/soll zu kurz kommen: Die Fotostrecke "Ganz die Mama!" assoziiert Stylingideen zwischen den Generationen, die nicht nur für Vintage-Fans von Interesse sein könnten. Wir meinen, 4,80 Euro Kaufpreis, der es wert ist. (freu)

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