Direktor des Zürcher Landesmuseums soll zurücktreten

1. Juni 2006, 18:59
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Wegen Differenzen über die künftige Museumspolitik

Zürich/Bern - Der Direktor des Zürcher Landesmuseums, Andres Furger, soll wegen Differenzen über die künftige Museumspolitik seinen Posten verlassen. Der Direktor des Schweizer Bundesamts für Kultur (BAK), Jean-Frédéric Jauslin, forderte Anfang April Furgers Entlassung. Dieser verhandelt nun mit dem BAK über den Zeitpunkt seines Abgangs. Eine Lösung werde sich in den nächsten Tagen oder Wochen abzeichnen, sagte Jean-Marc Crevoisier, Sprecher des Eidg. Departements des Innern (EDI), am Dienstag.

In der Gruppe Musée Suisse, deren Direktor Furger ist, sind acht Schweizer Nationalmuseen zusammengeschlossen. Das BAK möchte aber alle 15 in ein Gesamtkonzept einbinden. Laut Angaben von Jauslin von Anfang April will das BAK aber damit nicht die Museumspolitik zentralisieren. Die Nationalmuseen, auch das Landesmuseum in Zürich, sollen im Gegenteil mehr Autonomie auf operationellem Gebiet bekommen. In Bern soll laut Jauslin nur die strategische Führung stationiert sein. Er wirft Furger zudem Managementfehler im Finanz-, Personal- und Informationswesen vor. Furger weist diese Vorwürfe zurück.

Die Auflösung der Musée-Suisse-Gruppe ist laut Angaben von Furger von Anfang April aus verschiedenen Gründen nicht ohne weiteres möglich. So unterstünden beispielsweise nicht nur die Museen von Musée Suisse einer eigenen Organisationsstruktur, sondern auch diejenigen, die zur ETH Zürich gehören. Zudem wäre es von den Statuten her möglich, auch die restlichen sieben Nationalmuseen Musée Suisse einzugliedern. Für ein Netzwerk, wie es Jauslin möchte, bestehen laut Furger jedoch noch keine Pläne. Er stellte darum in Frage, warum eine funktionierende Lösung zerstört werde, bevor befriedigender Ersatz da sei. (APA/sda)

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