Image-Kampagne startet

7. Juni 2006, 14:07
2 Postings

Annoncen mit prominenten Fürsprechern in Zeitungen - Gerüchte um Amtsenthebungsverfahren gegen Kulterer - Brief Haiders an FMA

Klagenfurt - Die Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank (HAAB) hat nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen nun mit einer Image-Aktion begonnen. Am Montag erschienen in den Kärntner Zeitungen ganzseitige Annoncen, in denen prominente Kärntner als Fürsprecher der Bank auftreten, so etwa der St. Veiter SPÖ-Bürgermeister Gerhard Mock. Unterdessen hat Landeshauptmann Jörg Haider ein Schreiben an die Finanzmarktaufsicht (FMA) gerichtet, in dem er um einen Gesprächstermin ersucht, wo er seine Sicht der Dinge erläutern will.

"Diesen Erfolg für Kärnten kann niemand leugnen." Mit diesem Zitat bekundet Mock seine Unterstützung für die zu 49,5 Prozent im Eigentum des Landes stehende HAAB. SPÖ-Chefin Gaby Schaunig meinte am Montag bei einer Pressekonferenz auf die Frage, ob dies mit der Partei abgesprochen war, dies sei nicht der Fall gewesen. Es zeige aber, dass auch die SPÖ hinter der Bank stehe.

Melkkuh

Trotzdem warnte Schaunig erneut vor einem "übereilten" Verkauf von weiteren Landesanteilen zum Zwecke einer Kapitalerhöhung, wie er am Freitag von Haider angekündigt worden war. Die Bank mache hohe Gewinne, brauche aber zugleich mehr Eigenkapital, "das widerspricht sich doch", so Schaunig. Daher müssten im Aufsichtsrat der Kärntner Landesholding, welche die Bank-Anteile des Landes verwaltet, die Berichte der Prüfer vorgelegt werden, um die tatsächliche Situation beurteilen zu können. Es dürfe kein "Wachstum um jeden Preis" geben, warnte Schaunig in Richtung Haider, "nur weil einer glaubt, er hätte mit der Bank die niemals endende Melkkuh erfunden".

Haider wieder hat in einem Brief an die FMA von dieser "Fairness" eingefordert. Die Finanzmarktaufsicht dürfe keinen "politischen Schauprozess" veranstalten. Dem Vorstandsvorsitzenden der Hypo, Wolfgang Kulterer, sei bisher im gesamten Verfahren nicht die Möglichkeit gegeben worden, der FMA seinen Standpunkt darzulegen. Diese Vorgangsweise sei "nicht zulässig", so Haider. Ihm als Vertreter des Hauptaktionärs der Hypo sei es daher "ein wichtiges Bedürfnis", die FMA um einen Besprechungstermin zu ersuchen. Zugleich ersucht der Landeshauptmann in dem Schreiben auch um einen Termin bei der FMA für Kulterer.

FMA: Verfahren noch im Gange

Die FMA hat am Montag zu dem Gerücht, wonach ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Vorstandschef der Hypo Alpe-Adria-Bank Wolfgang Kulterer eingeleitet sei, erklärt, das mit 31. März aufgenommene Behördenverfahren gegen die Bank sei noch im Gange. Die Vor-Ort-Sonderprüfung in Klagenfurt sei Ende vergangener Woche abgeschlossen worden, sagte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik.

Die Sonderprüfung sei unter Federführung der Nationalbank durchgeführt worden, "wir erwarten den Bericht in etwa zwei Wochen", erläuterte Grubelnik. Sobald der Bericht vorliege, werde man überprüfen, ob Gesetzesverletzungen vorliegen und danach gegebenenfalls einen Bescheid erlassen. "Wir sind derzeit im Stadium der Beweisaufnahme", meinte Grubelnik. (APA)

Share if you care.