Al-Rawi kritisiert grundsätzlichen Ansatz

6. Juni 2006, 12:47
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Einteilung in Kategorien ein "Versuch, Keil in muslimische Gemeinde zu schlagen"

Der Integrationsbeauftrage der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IG), der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi, übte am Freitag "substanzielle Kritik" am grundsätzlichen Aufbau der so genannten Moslem-Studie. Er empfinde es als Irritation und auch Beleidigung, dass man darin Muslime in Kategorien schubladisiere. Hier werde versucht, "einen Keil in die muslimische Gemeinde zu schlagen", meinte Al-Rawi gegenüber der APA.

"Gegeneinander ausspielen"

Die Einteilung in vier Kategorien (säkular, moderat liberal, traditionell-konservativ und religiös-konservativ, Anm.) diene dazu, verschiedene Gruppen gegeneinander auszuspielen. Hier werde nach dem Motto agiert: "Die guten Bosnier gegen die schlechten Türken und die guten Säkularen gegen die bösen Religiösen."

Dass etwa Personen, die durch ihre Kleidung als Muslime erkennbar seien und die Moschee besuchen würden, bereits als religiös-konservativ eingeordnet würden, sei "sehr schwer bedenklich und aufs Schärfste abzuweisen", so Al-Rawi. Er selbst besuche die Moschee und sei zugleich ein kritisch denkender Mensch. "Wer nimmt sich das Recht, mich oder andere in eine Kategorie zu pferchen?", meinte der IG-Integrationsbeauftragte. (APA)

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