Ausbau der Gas-Transitleitungen

19. Juni 2006, 15:35
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Versorgungssicherheit steigt, bis zu 55 Milliarden m3 zusätzliche Gas-Transportkapazitäten geplant

Wien - Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV will den Ausbau der heimischen Transportkapazitäten für Erdgas forcieren. Damit stärke OMV Gas, eine 100-prozentige Tochter der OMV AG, die Rolle Österreichs als europäischer Gasknotenpunkt und sichere so die Versorgungssicherheit des Landes. In Summe werden diese Infrastrukturprojekte zusätzliche Gas-Transportkapazitäten von rund 55 Milliarden m3 schaffen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

So schaffen die derzeit laufenden Baumaßnahmen bei der TAG (Trans Austria Gasleitung von Baumgarten nach Italien) und der WAG (von Baumgarten nach Deutschland) bis 2011 zusätzliche Kapazitäten von 14,5 Milliarden m3. Die TAG wird bis Ende 2008 eine Kapazität von insgesamt 47,5 Milliarden m3 aufweisen (bisher 37 Mrd. m3). Auf der WAG wird die Kapazität von derzeit sieben Milliarden m3 bis 2011 auf elf Milliarden m3 erhöht.

Gasnachfrage steigt

"Österreich ist einer der am weitesten liberalisierte Erdgasmärkte Kontinentaleuropas. Vor dem Hintergrund stark steigender Gasnachfrage ist der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur die wesentliche Herausforderung der Zukunft", sagte dazu Werner Auli, Geschäftsführer der OMV Gas.

Das internationale Pipelineprojekt Nabucco (Baubeginn für 2008 geplant), an dem OMV Gas ebenfalls beteiligt ist, soll die großen Gasreserven der kaspischen Region für Europa erschließen. Im Endausbau werden je nach Marktbedarf bis zu 31 Mrd. m3 Erdgas-Kapazität möglich sein. Insgesamt rechnet man für den Bau der Pipeline mit Investitionen von rund 4,6 Mrd. Euro.

Die OMV forciert mit europäischen Partnern zudem ein Projekt, das die Gasversorgung für Österreich und Europa diversifizieren soll: Das Adria LNG-Projekt in Kroatien. Derzeit werden Untersuchungen betreffend des Terminals in Krk mit einer möglichen Kapazität von rund zehn Milliarden m3 durchgeführt.

Russland Hauptlieferant

Der Österreichische Erdgasverbrauch liegt bei knapp neun Milliarden m3 pro Jahr. Rund 59 Prozent der Mengen stammen aus Russland, 12,5 Prozent aus Deutschland, neun Prozent aus Norwegen und 19,5 Prozent stammen aus österreichischer Gasförderung. Die OMV deckt mit ihrer österreichischen Gasförderung von 1,25 Milliarden m3 pro Jahr 15 Prozent des heimischen Erdgasbedarfs ab.

Die OMV AG verfügt über die OMV Gas über ein 2.000 km langes Erdgas-Leitungsnetz in Österreich und drei Erdgasspeicher. Die OMV Gas und EconGas (eine 50prozentige Tochter der OMV Gas) verkauften im Jahr 2005 zusammen 8,9 Milliarden m3. Neben der Versorgung für Österreich wird über diese Leitungen Erdgas nach Deutschland, Italien, Frankreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn transportiert.

Bei TAG und WAG befinden sich die Leitungen zu 100 Prozent im Eigentum der OMV. Die Kapazitätsvermarktungsgesellschaft der TAG, die TAG GmbH, steht zu 89 Prozent in Besitz der ENI, elf Prozent gehören der OMV. Bei der WAG steht die Vermarktungsgesellschaft Baumgarten-Oberkappel Gasleitungsgesellschaft (BOG) zu 51 Prozent in Besitz der OMV, 44 Prozent halten Gaz de France, fünf Prozent E.ON Ruhrgas. (APA)

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