Thema Vorsorge immer wichtiger

12. Juni 2006, 11:20
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Eine Umfrage zeigt das gestiegene Bewusstsein: Schon 20-Jährige sparen für die Pension

Die hitzigen Diskussionen über die Pensionsreformen zeigen ihre Wirkung: Immer weniger Menschen verlassen sich auf ihre staatliche Pension, das Thema private Vorsorge wird immer wichtiger. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Institut Fessel-GfK im Auftrag der Raiffeisen Versicherung unter 2000 Internet-Usern im Alter zwischen 18 und 50 Jahren durchgeführt hat.

Laut dieser Umfrage haben 89 Prozent der Befragten bereits Vorsorge getroffen. Am höchsten im Kurs stehen dabei Lebensversicherungen, private Pensionsversicherungen und Bausparverträge. Dahinter folgen Sparbücher, Häuser oder Wohnungen und Wertpapiere oder Anleihen. Knapp über 22 Prozent aus dieser Gruppe nutzen die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge. Nur ein geringer Anteil, 18 Prozent, können mit einer Betriebsrente oder einer Firmenpension rechnen.

Spätestens mit 30

Selbst Bernd Marin, eigentlich ein Experte für Pensions- und Sozialversicherung, hat sich nach eigenen Angaben vor Mitte 30 keinerlei Gedanken über seine Pension gemacht. Das ist ein paar Jahre her – heute ist die Pensionsvorsorge viel früher ein Thema. Laut der Studie haben 21 Prozent der Befragten schon vor dem 20. Lebensjahr mit der Vorsorge begonnen. 25 weitere Prozent sorgten bis zum Alter von 25 Jahren vor. Insgesamt haben 74 Prozent der Befragten bis spätestens 30 mit der Vorsorge begonnen.

Diesen Befund aus der Umfrage kann Christian Sedlitzky, Vorstandssprecher der Raiffeisen Versicherung, aus seinen eigenen Daten bestätigen: "Bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge hat sich bei uns das durchschnittliche Abschlussalter binnen drei Jahren um zehn Jahre verringert: von 33 auf 23 Jahre. 45 Prozent der Neuverträge wurden mit Menschen unter 20 abgeschlossen – im Jahr 2003 war dieser Wert erst bei 16 Prozent gelegen."

Wer einmal in die Absicherung im Alter investiert hat, entwickelt offenbar das Bewusstsein, dass noch mehr Vorsorge notwendig wäre. Nur 36 Prozent fühlen sich mit den bereits getroffenen Maßnahmen gut abgesichert. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Die Vorarlberger fühlen sich im Österreich-Schnitt am besten abgesichert – die Wiener am schlechtesten.

Beträge steigen

Nicht nur das Bewusstsein für Vorsorge, auch die Beträge sind gestiegen: Fast die Hälfte der Befragten wendet bis zu 90 Euro monatlich für die Vorsorge auf, 25 Prozent bis zu 150 Euro. Vor zehn Jahren lag die durchschnittliche Versicherungsprämie bei 46 Euro pro Monat.

Die Versicherung will vom Vorsorgeboom weiter profitieren – und bietet ab Herbst 2006 auch eine private Pflegeversicherung an. (eli, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.5.2006)

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    Jeder Fünfte beginnt heute schon vor dem 20. Lebensjahr mit der Altersvorsorge.

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