Nervtötendes Sicherheitsfeature in Windows Vista

8. Juni 2006, 13:23
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User Account Control soll die Sicherheit erhöhen, könnte sich aber als sinnlos erweisen

In den kommenden Wochen werden viele User die Möglichkeit nutzen, Microsofts künftiges Betriebssystem Windos Vista in der Beta 2 Version zu testen. Dieser Test wird der letzte Schritt vor der Veröffentlichung sein, könnte jedoch einige nervtötendes Überraschungen für die User enthalten.

User Account Control

Gemeint ist damit das neue Sicherheits-Feature namens User Account Control (UAC). Hauptziel von UAC ist die Reduzierung der Angriffsfläche des Betriebssystems, so Microsoft. Daher wird nun im neuen Windows vor jeder potentiell gefährlichen Aktion gewarnt, was den Arbeitsrythmus aber empfindlich stören könnte.

"Verpfuscht"

"Microsoft hat UAC komplett verpuscht", kritisiert Paul Thurrott vom Windows IT Pro Magazine gegenüber USAToday. In frühen Testversionen von Vista sollen demnach die Warnungen selbst bei unwichtigen Vorgängen erschienen sein. Im Extremfall konnte man das Erscheinen der Warnungen nur mehr durch einen Neustart des Systems stoppen.

Sicherheit

"Das fertige Produkt wird sehr benutzerfreundlich sein und über eine ausgewogene Balance in Sachen Sicherheit verfügen", beruhigt hingegen der Windows Senior Product Manager Alex Heaton.

Adminstratoren-Rechte

Bei bisherigen Windows-Versionen verfügen die User üblicherweise immer über Adminstratoren-Rechte. Das liegt daran, dass für die Installation, Aktualisierung und Ausführung vieler Anwendungen entsprechende Rechte benötigt werden. Auch für einfachsten Aufgaben wie zum Beispiel ein Doppelklick auf die Systemuhr, um den Kalender zu öffnen, sind administrative Rechte notwendig.

Anmeldeinformationen

Bei Windows Vista arbeiten alle Benutzer als Standardbenutzer. Der administrative Zugriff ist aber auf bestimmte autorisierte Prozesse eingeschränkt. Diese Einschränkung soll die Möglichkeiten der Benutzer, Änderungen vorzunehmen, die sich auf die Stabilität des Computers auswirken können oder den Computer versehentlich für Maleware oder Viren anfällig machen, minimieren. Wenn ein Benutzer eine Task ausführt, für die administrative Rechte notwendig sind, dann benachrichtigt Windows Vista den Benutzer und fragt entsprechende Anmeldeinformationen ab.

Viel Ärger

Dieser Vorgang könnte aber für einer Vielzahl von Unterbechungen sorgen und damit im Alltag alles andere als praktisch sein. "Windows war immer weit offen", so Andrew Jaquith, Senior Analyst bei der Yankee Group, "indem man versucht einzuschränken, was die Leute tun dürfen, wird man für viel Ärger sorgen".

Keine Aufmerksamkeit

Sicherheitsexperten fürchten vor allem, dass die User den Warnungen keinerlei Aufmerksamkeit schenken und diese einfach "wegklicken" werden, womit natürlich der positive Effekt auf die Sicherheit verloren wäre. Denkbar ist auch, dass viele Nutzer das Feature einfach ausschalten werden.(red)

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    bild: hersteller
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