Annan fordert sofortige Waffenruhe

6. Juni 2006, 12:37
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Bereits mehr als 100 Tote und 200 Verletzte in Mogadischu - Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt

New York - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die rivalisierenden Milizen in Somalia zum sofortigen Ende ihrer blutigen Kämpfe in der Hauptstadt Mogadischu aufgefordert. Annan sei über die wachsende Gewalt in Mogadischu zutiefst besorgt, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric am Freitag in New York. Nach seinen Angaben wurden seit Wiederausbruch der Gefechte vor sechs Tagen mehr als hundert Menschen getötet und tausende Einwohner der somalischen Hauptstadt in die Flucht getrieben. Mehr als 200 Einwohner seien durch Granaten- und Artilleriefeuer verletzt, zahlreiche Häuser zerstört worden.

In Mogadischu liefern sich islamistische Rebellen und Anhänger ehemaliger Warlords seit Sonntag heftige Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Die Allianz der Warlords "für die Wiederherstellung des Friedens und des Widerstandes gegen Terrorismus (ARPCT)" unterstützt die USA bei der Suche nach Mitgliedern des Terrornetzwerks Al Kaida, die in Somalia vermutet werden.

Bürgerkrieg seit 1991

In dem Land am Horn von Afrika herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Clanchefs stürzten damals den Diktator Mohammed Siad Barre. Seitdem gibt es keine funktionierende Zentralgewalt mehr: Das vor rund anderthalb Jahren ins Leben gerufene Übergangsparlament, der Präsident und die Regierung besitzen keine Autorität, im ganzen Land herrscht Anarchie. Annan rief alle Konfliktparteien auf, mit den zentralen Institutionen zusammenzuarbeiten, damit das Land endlich wieder eine Übergangsverfassung erhalte. (APA)

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    Rivalisierende Milizen kämpfen in Mogadischu.

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